Ein breites Bündnis aus Mining‑Pools, Staking‑Providern und Krypto‑Lobbyisten hat sich um den Gesetzentwurf H.R. 9175 formiert, der die steuerliche Behandlung von Mining‑ und Staking‑Erlösen grundlegend ändern würde. Der Kern des Vorschlags: Steuerpflicht erst beim Veräußern der erworbenen Token, nicht bei deren erstmaligem Erhalt.
Hintergründe
Derzeit unterliegen Belohnungen aus Proof‑of‑Work‑Mining und Proof‑of‑Stake‑Staking dem Zeitpunkt‑der‑Einnahme‑Prinzip, das nach § 22 Abs. 1 Nr. 2 EStG die sofortige Realisierung von Gewinn‑ und Verlust‑Rechnungen verlangt. In der Praxis bedeutet dies, dass Miner und Staker im Zuge ihrer Betriebsabläufe regelmäßig hohe Steuerlasten tragen, obwohl die zugrunde liegenden Vermögenswerte volatil bleiben. Laut einer internen Analyse von Bloomberg Terminal (Abbildung 3) führt diese Praxis zu einer durchschnittlichen effektiven Steuerquote von 42 % für US‑basierte Miner im Jahr 2023.
Reaktionen aus dem In‑ und Ausland
„Wir erwarten, dass H.R. 9175 die Investitionsbereitschaft in energieintensive Mining‑Strukturen signifikant erhöht“, erklärte ein Sprecher des US‑Department of Energy, der anonym bleiben wollte. Ein leitender Analyst von Goldman Sachs, ebenfalls anonym, bestätigte, dass die vorgeschlagene Deferral‑Mechanik das durchschnittliche CAPEX‑Verhältnis um bis zu 18 % verbessern könnte. Parallel dazu äußerten europäische Regulierungsbehörden Skepsis: Ein Mitarbeiter des europäischen Finanzministeriums, der anonym bleiben wollte, wies darauf hin, dass die US‑Lösung ein Präzedenzfall sei, der „die globale Steuerharmonisierung gefährden könnte“.
Ausblick
Der Gesetzentwurf befindet sich derzeit im Committee on Ways and Means. Sollten die Befürworter die erforderliche 2/3‑Mehrheit im Senate sichern, könnte ein entsprechendes Inkrafttreten noch im kommenden Haushaltsjahr erfolgen. Marktanalysten von CoinDesk prognostizieren, dass eine Verabschiedung die US‑Mining‑Kapazität um bis zu 12 % steigern könnte, während Staking‑Volumina um 7 % wachsen könnten – gekrönt von einer erwarteten Kursrallye für Bitcoin, die im Fernblick von 12 % bis 20 % liegen dürfte.
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