Die Zahl der in den USA im ersten Quartal 2026 fertiggestellten Börsengänge (IPOs) hat sich laut internen Daten von Goldman Sachs um 57 % gegenüber dem Vorjahr erhöht. Dennoch betont das Haus, dass das gegenwärtige Momentum weder das Transaktionsvolumen noch die spekulative Euphorie erreicht, die das Dot‑Com‑Zeitalter prägten.

Hintergründe

Abbildung 3 des internen “Equity Capital Markets Dashboard” zeigt einen steilen Anstieg der IPO‑Zahl, gleichzeitig jedoch ein flacheres Kurswachstum der Emissionen. „Wir beobachten eine strukturelle Verbesserung der Kapitalbeschaffung, jedoch fehlt die „Hyper‑Speculation“, die 1999‑2001 das Marktklima dominierte“, erklärt ein leitender Analyst von Goldman Sachs, der anonym bleiben wollte. Die Analysten führen das zurück auf strengere Regulierungsrahmen und ein gestiegenes institutionelles Risikobewusstsein.

Ein ehemaliger Partner des US‑Finanzministeriums, ebenfalls anonym, bestätigte, dass die SEC im Zuge der „Market Stability Initiative“ neue Offenlegungspflichten eingeführt habe, die das Risiko von „unrealistischen Bewertungsbasen“ reduzieren sollen.

Reaktionen aus dem In‑ und Ausland

Ein leitender Partner bei einem führenden europäischen Venture‑Capital‑Fund bemerkte, dass die "gezügelte Aufwärtsbewegung" zwar positiv sei, aber das Fehlen einer „schwindelerregenden Bewertungsexplosion“ das Interesse von Technologie‑Start‑ups dämpfe. In Asien erklärte ein Makroökonomen des „Tokyo Financial Review“, dass japanische Unternehmen die US‑IPO‑Trends zwar beobachten, jedoch ihre eigenen Marktbedingungen – insbesondere die anhaltende Deflation – als hinderlich für vergleichbare Euphorie einstuften.

Ein Insider bei einer bedeutenden Kryptobörse in den Niederlanden gab gegenüber dieser Redaktion zu verstehen, dass die derzeitige IPO‑Dynamik nicht ausreiche, um das Kapital in digitale Assets zu lenken, was zu einer „stabilen, aber unspektakulären“ Marktphase führt.

Ausblick

Goldman Sachs prognostiziert, dass das IPO‑Volumen bis Ende 2026 ein Plateau von etwa 550 Emissionen erreichen könnte, sofern keine unerwarteten regulatorischen Änderungen eintreten. „Sollten die Zinsen weiter sinken, könnte ein erneuter „Speculative Surge“ ausgelöst werden“, so der Analyst. Marktbeobachter warnen jedoch, dass das Risiko einer erneuten Dot‑Com‑ähnlichen Blase bei heutigen Bewertungsmodellen als gering eingestuft wird.

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