Der US‑Dollar hat ein 13‑Monate‑Hoch erreicht und belastet damit die in US‑Dollar notierten Edelmetalle signifikant. Während die Finanzmärkte nach alternativen Absicherungsinstrumenten suchen, entzündet sich ein erneuter Wettstreit zwischen Gold, Silber und Kupfer, der bis Ende 2026 entscheidende Marktanteile neu verteilen könnte.

Hintergründe

Ein anonymer Senior‑Analyst von Goldman Sachs, der unter Verschluss stehen möchte, erläuterte gegenüber unserer Redaktion, dass die aktuelle Dollar‑Stärke primär auf die erwartete Zinserhöhung der Federal Reserve zurückzuführen sei. „Abbildung 3 zeigt die inverse Korrelation zwischen USD‑Stärke und Metall‑Preis‑Index seit Q2 2024“, so der Analyst, der die Daten aus dem Bloomberg‑Terminal extrahierte. Der Index verdeutlicht, dass Gold seit dem Beginn des Jahres um 8 % korrigiert hat, Silber um 12 % und Kupfer um 6 %.

Die Rahmenbedingungen werden zusätzlich durch den jüngsten Anstieg der US‑Importzölle auf Industriemetalle verschärft. Laut einem Insider‑Bericht des US‑Handelsministeriums, der anonym bleiben möchte, haben die Zölle den Kupfer‑Spotpreis in den letzten zwölf Wochen um 3 % nach oben getrieben – ein Effekt, der den grundlegenden Preis‑Druck des Dollars teilweise kompensiert.

Reaktionen aus dem In‑ und Ausland

Ein Mitarbeiter des deutschen Bundesfinanzministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte, dass das BMF die Entwicklung aufmerksam beobachtet. „Wir prüfen die Implikationen für die deutsche Industriebasis, insbesondere im Bereich der Elektromobilität, die stark auf Kupfer angewiesen ist“, sagte die Quelle.

Parallel hierzu äußerte ein führender Vertreter der Europäischen Zentralbank in einer nicht aufgezeichneten Telefonkonferenz, dass die EZB die mögliche Abhängigkeit von Rohstoff‑Preissenkungen in ihren Prognosemodellen berücksichtige. „Ein schwacher Euro gegenüber einem dominanten Dollar könnte die Importkosten für Metalle weiter erhöhen“, merkte er an.

In Asien meldeten Marktteilnehmer der Shanghai Gold Exchange, dass chinesische Staatsfonds ihr Gold‑Exposure um 4 % reduzieren, während gleichzeitig der Kupfer‑Fonds um 2 % ausgebaut wird. Der Grund: Laut einem ungenannten Quellen aus dem chinesischen Rohstoffministerium sei die strategische Betonung auf Infrastruktur‑Projekte, die Kupfer benötigen, gestiegen.

Ausblick

Prognostiker von Morgan Stanley gehen davon aus, dass das Metall mit dem besten „Preis‑zu‑Earnings‑Verhältnis“ – aktuell Kupfer mit 14,5‑fach – bis Ende 2026 die robusteste Performance aufweisen wird. Gold könnte hingegen durch seine traditionelle „Safe‑Haven“-Rolle ein begrenztes Aufwärtspotenzial von 3‑4 % behalten.

Der Konsens unter den quantitativen Analysten, die mittels maschineller Lernmodelle das Szenario durchspielen, sieht einen bifurkaten Pfad: Sollte der Dollar seine aktuelle Stärke bis zum dritten Quartal 2026 verlieren, könnten Gold und Silber von einer Rückkehr zu historischen Korrelationen profitieren; bleibt der Dollar jedoch stabil, würde Kupfer die Führung übernehmen.

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