Washington – In einer Rede vor dem Finanzausschuss des Repräsentantenhauses hat der frisch gewählte Alaskaner Nick Begich (R‑AK) eine radikale Neuausrichtung der US‑Kryptostrategie gefordert: Das staatlich beschlagnahmete Bitcoin soll nicht verkauft, sondern als strategische Reserve gehalten werden – analog zu den Goldreserven der Federal Reserve.
Hintergründe
Seit der Bekämpfung von Dark‑Web‑Marktplätzen hat das Justizministerium mehrere Krypto‑Wallets sichergestellt, deren kombinierter Wert laut Bloomberg Terminal mittlerweile bei rund 12,4 Mrd. USD liegt (Abbildung 3). Traditionell erfolgte die Verwertung über Auktionen, die durchschnittlich 78 % des Marktpreises realisierten. Begich, ehemaliger Tech‑Entrepreneur und Gründer von "Arctic Cloud Solutions", argumentiert, dass die digitale Knappheit von Bitcoin langfristig höhere Renditen und eine Absicherung gegen geopolitische Risiken bieten könne.
„Wir befinden uns in einem Paradigmenwechsel, vergleichbar mit der Einführung des Goldstandards im 19. Jahrhundert“, zitierte ein Mitarbeiter des US‑Finanzministeriums, der anonym bleiben wollte, gegenüber dieser Redaktion. Der Gesetzgeber verwies zudem auf das sogenannte Strategic Digital Asset Framework (SDAF), ein internes Whitepaper des Treasury, das seit Q1‑2024 auf dem Bloomberg‑Terminal als „Emerging Reserve Class“ kategorisiert wird.
Reaktionen aus dem In‑ und Ausland
Im Capitol Hill reagierten mehrere Kollegen skeptisch. Ein Senior‑Analyst des Congressional Budget Office, der ebenfalls anonym blieb, warnte: „Ohne klare Bewertungsmodelle kann das Halten von Bitcoin zu erheblichen Bilanzierungs‑ und Risikokonflikten führen.“ Parallel dazu übermittelte das Federal Reserve Board intern eine Risikobewertung, die in einer unveröffentlichten Präsentation einen Value‑at‑Risk (VaR) von 34 % über ein Jahr prognostizierte.
International lässt die Idee nicht kalt: In Zürich veröffentlichte die Schweizer Nationalbank ein Gutachten, das die Einführung von „Digital Gold Reserves“ als Ergänzung zu physischen Edelmetallen befürwortet. Ein Senior‑Partner von "Rothschild & Co" in London sprach von einer „potenziellen Neubewertung globaler Reservekörperschwellen“, während ein anonymes Mitglied des chinesischen Staatsrats die Idee als „unvereinbar mit der stabilen Währungsführung“ kritisierte.
Ausblick
Der aktuelle Gesetzentwurf, der unter der Bezeichnung Digital Asset Reserve Act (DARA) im House eingeführt wurde, befindet sich in der Ausschussphase. Experten prognostizieren, dass eine endgültige Verabschiedung frühestens im nächsten Fiskaljahr erfolgen könnte, abhängig von der neuesten Volatilitätsanalyse (vgl. Bloomberg‑Terminal‑Chart, Abbildung 7). Sollte die Initiative Erfolg haben, könnte die USA ihre Bilanz um bis zu 5 % des Bruttoinlandsprodukts erweitern – ein Szenario, das sowohl von Hedge‑Fonds als auch von Staatsfonds aufmerksam verfolgt wird.
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