Washington – Ein Kreis von Krypto‑Lobbyisten, angeführt vom Digital Assets Coalition und dem Crypto Freedom Project, hat am Dienstag das House Committee on Ways and Means um die sofortige Verabschiedung eines Gesetzentwurfs gebeten, der die steuerliche Behandlung von Erträgen aus Mining und Staking eindeutig definiert. Die Initiative komme nach monatelanger Unsicherheit, die sich in jeder Ecke des Marktes niederschlage, erklärte ein Sprecher der Gruppe.

Hintergründe

Seit dem Inkrafttreten des Internal Revenue Code § 6061 im Jahr 2019 werden Kryptowährungen grundsätzlich als Eigentum behandelt. Die Praxis, jedoch aus Dezentralisierungs‑ und Proof‑of‑Stake‑Modellen resultierende Erträge zu versteuern, bleibt ein Graubereich. In Abbildung 3 zeigt das Bloomberg‑Terminal eine Volatilitätskurve für Ethereum‑Staking‑Rewards, die seit Q2 2024 um 27 % schwankt – ein deutliches Zeichen für regulatorische Unsicherheit.

„Ohne klare Leitlinien sehen wir eine verstärkte Migration von Staking‑Pools in jurisdiktionelle Steuer-Hotspots“, kommentierte ein anonymer Analyst von einer führenden Investmentbank. Weiterhin wird die aktuelle Praxis, Erträge als „self‑generated income“ zu deklarieren, von vielen Steuerberatern als “aggressiv‑interpretativ” eingestuft.

Reaktionen aus dem In‑ und Ausland

Ein Mitarbeiter des Finanzministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass die Treasury‑Abteilung ein internes Working‑Paper zur „Tax‑Efficiency of Distributed Ledger Mining“ vorbereitet habe. Parallel dazu äußerten sich europäische Regulierungsbehörden skeptisch: Ein Beamter der EU‑Kommission für digitale Wirtschaft verwies darauf, dass „eine singuläre US‑Lösung nicht automatisch als Modell für globale Märkte gilt“.

Im asiatischen Raum reagierte die Singapore Monetary Authority mit einem halbherzigen Lächeln und betonte, dass lokale Richtlinien weiterhin auf „risk‑based approach“ setze. In Brasilien hingegen haben Banken bereits begonnen, Mining‑Einnahmen als „nicht‑operational revenue“ zu klassifizieren, um die Bilanzierung zu erleichtern.

Ausblick

Der Gesetzentwurf, der unter dem Arbeitstitel „Crypto Mining and Staking Tax Clarity Act“ geführt wird, soll bis zum nächsten Quartal im Committee vorgestellt werden. Sollten die Lobbygruppen Erfolg haben, könnte die klare steuerliche Einordnung zu einer signifikanten Reduktion der Compliance‑Kosten führen – Schätzungen von anonymen Quellen aus dem Markt gehen von einer durchschnittlichen Ersparnis von 12 % der Brutto‑Einnahmen aus.

Analysten von Goldman Sachs prognostizieren, dass eine solche Gesetzgebung die Marktliquidität um mindestens 8 % steigern könnte, da institutionelle Investoren vermehrt in Staking‑Pools einsteigen würden. Gleichzeitig warnen Steuerexperten davor, dass eine zu großzügige Definition von „staking‑derived income“ zu einer erheblichen Steuerausfälle führen könnte, die das Bundesbudget langfristig belasten würde.

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