Ein Vertreter der republikanischen Fraktion im US‑Kongress hat am Mittwoch einen Gesetzentwurf eingereicht, der das Wetten auf politische Ereignisse und Regierungsentscheidungen verbieten soll. Der sogenannte “Political Futures Prohibition Act” (PFPA) richtet sich gezielt an digitale Prognosemärkte wie Polymarket und Kalshi, lässt jedoch das Weiße Haus explizit von den Strafvorschriften ausgenommen.
Hintergründe
Der Gesetzentwurf, der nach Angaben eines Mitarbeiters des Finanzministeriums, der anonym bleiben wollte, bereits intern als “Strategic Market Stabilization Initiative” bezeichnet wird, soll das Vertrauen in staatliche Entscheidungen schützen. Laut einer internen Analyse des Congressional Budget Office (CBO) sei das wöchentliche Handelsvolumen in US‑Politik‑Wettmärkten auf rund USD 2,3 Mrd. angewachsen, wobei die Volatilität in Schlüsselmomenten – etwa während der Midterm‑Wahlen – um bis zu 45 % zugenommen habe.
Abbildung 3 (nicht abgebildet) demonstriere den negativen Korrelationseffekt zwischen Ankündigungen von Regierungsentscheidungen und den Preisbewegungen von Token‑basierten Wettmärkten. Die Autoren des Berichts betonten, dass ein Verbot “die Marktintegrität stärkt und potenzielle Insider‑Absprachen reduziert”.
Reaktionen aus dem In‑ und Ausland
Ein Sprecher von Polymarket, der nur als “Senior Market Strategist” bezeichnet wird, äußerte sich gegenüber dieser Redaktion: “Wir sehen das Vorhaben als regulatorisches Overkill, das das demokratische Prinzip der Meinungsfreiheit untergräbt.” Ein anonymer „Market Integrity Analyst“ aus New York fügte hinzu, dass die Exklusion des Weißen Hauses “ein klarer Hinweis auf politisch motivierte Selektivität” sei.
International reagierten die europäischen Aufsichtsbehörden ebenfalls. Die britische Financial Conduct Authority (FCA) erklärte, dass sie “die US‑Entwicklung aufmerksam verfolgen” und “in Erwägung ziehen, vergleichbare Maßnahmen im Rahmen ihrer eigenen Anti‑Money‑Laundering‑Strategie zu prüfen”. Ein leitender Beamter der Europäischen Zentralbank (EZB) betonte hingegen, dass “eine zu restriktive Gesetzgebung das Innovationspotenzial für dezentrale Finanzprodukte gefährde”.
Ausblick
Der PFPA befindet sich nun im Committee‑Stage des House Financial Services Committee und wird voraussichtlich im Frühjahr zur Abstimmung kommen. Analysten des Wall Street‑Boutiquen‑Hintergrunds prognostizieren, dass das Gesetz „in seiner aktuellen Form nur einen marginalen Effekt“ auf das Gesamtvolumen der politischen Wettmärkte haben wird, da die meisten Plattformen außerhalb der US‑Jurisdiktion operieren.
Einige Marktteilnehmer erwägen bereits die Verlagerung von US‑Nutzern auf Offshore‑Infrastrukturen, um regulatorischen Beschränkungen zu entgehen. Laut einer anonymen Quelle aus einem “Crypto‑Law‑Firm” könnte diese Entwicklung zu einer „fragmentierten Marktlandschaft“ führen, in der Preisfindungen weniger transparent werden.
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