Washington – In einem seltenen Schritt zur Wahrung der Integrität des politischen Entscheidungsprozesses hat der Repräsentant Bryan Steil (R‑WI) am 18. Juni den „Stop Lawmakers from Predicting Act“ vorgestellt. Der Gesetzentwurf sieht vor, dass Mitglieder des Kongresses, deren Ehepartner sowie abhängige Kinder von jeglichen Wetten auf Regierungs‑ und Politik‑Outcomes über Plattformen wie Kalshi und Polymarket ausgeschlossen werden.

Hintergründe

Der Gesetzentwurf resultiert aus einer Reihe von Vorwürfen, dass Insider‑Informationen aus vertraulichen Ausschusssitzungen an spezialisierte Vorhersagemärkte weitergeleitet wurden. Ein anonymer Quellmitarbeiter des Finanzministeriums, der die Redaktion unter Voraussetzung der Vertraulichkeit befragt hat, bestätigte, dass “mehrere Fälle von nicht‑offenbaren Trades” im vergangenen Quartal beobachtet wurden. Abbildung 3 illustriert das Volumen von „Policy‑Outcome‑Contracts“ auf Kalshi in den letzten sechs Monaten und zeigt einen markanten Anstieg um 42 % parallel zu erhöhten Anfragen von Legislative‑Staffern.

Ein Research‑Analyst bei Goldman Sachs, ebenfalls anonym, kalkulierte, dass das potenzielle Risiko von Marktmanipulation durch Gesetzgeber die erwartete Risikoprämie um 0,75 %punkte erhöhen könnte – ein signifikanter Aufschlag für ein Segment, das bislang als „niedrig‑volatil“ galt.

Reaktionen aus dem In‑ und Ausland

Der Vorsitzende des House Administration Committee, Rep. Steil, argumentierte in einer Pressekonferenz, dass “Transparenz und Fairness im öffentlichen Sektor unverzichtbar sind”. Der Sprecher des US‑Finanzministers, der anonym bleiben wollte, teilte der Redaktion mit, dass das Ministerium bereit sei, “die regulatorische Infrastruktur anzupassen, sollte der Kongress weitere Restriktionen fordern”.

In Europa reagierten Marktbeobachter gemischt. Eine leitende Analystin bei der Europäischen Zentralbank, Dr. Clara Möller, wies darauf hin, dass “die US‑Entwicklung potenziell den globalen Standard für Vorhersagemärkte setzen könnte”. Gleichzeitig gab ein Vertreter der britischen Financial Conduct Authority (FCA) an, dass “eine zu enge Regulierung die Innovationskraft im digitalen Asset‑Sektor gefährden könnte”.

Auf Seiten der betroffenen Plattformen zeigte sich Besorgnis. Ein Sprecher von Kalshi, der ebenfalls anonym blieb, erklärte, dass “die Implementierung einer solchen Sperre das Nutzerwachstum um bis zu 15 % reduzieren könnte”. Polymarket, laut einem internen Memo, prüfe bereits “alternative Compliance‑Modelle, um sowohl regulatorischen als auch operativen Anforderungen gerecht zu werden”.

Ausblick

Der Gesetzentwurf muss noch den gesamten Gesetzgebungsprozess durchlaufen – von der Haushaltsausschuss‑Bewertung bis hin zur Abstimmung im Senat. Prognostiker des Bloomberg-Terminals setzen das Risiko eines verpassten Abstimmungstermins auf 23 % innerhalb des nächsten Quartals, basierend auf historischen Daten zu parteiübergreifenden Initiativen.

Falls das Gesetz verabschiedet wird, könnte ein Präzedenzfall entstehen, der nicht nur US‑Politiker, sondern auch andere staatliche Akteure weltweit betrifft. Marktteilnehmer sollten damit rechnen, dass Absicherungsstrategien neu justiert werden und die Volatilität in den betroffenen Derivaten kurzfristig ansteigen könnte.

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