Die demokratischen Mitglieder des House Financial Services Committee haben dem Vorsitzenden der Securities and Exchange Commission (SEC), Paul Atkins, ein Schreiben mit 13 spezifischen Fragen übermittelt, das bis zum 31. Juli beantwortet sein muss. Ziel ist es, Klarheit darüber zu erhalten, wie die Behörde den rasanten Aufstieg von KI‑Agenten, die im Namen von Kleinanlegern Wertpapiere handeln, reguliert und überwacht.
Hintergründe
Im vergangenen Quartal hat das Volumen automatisierter Handelsaufträge, die auf Machine‑Learning‑Modellen basieren, um 68 % zugenommen. Laut internen Daten von Bloomberg Terminal fließen inzwischen über 2 Mrd. USD täglich durch sogenannte “AI‑Agents” in US‑Aktien, wobei ein signifikanter Teil dieser Transaktionen von Retail‑Usern initiiert wird, die über Apps von FinTech‑Start‑ups handeln. Die SEC hatte bislang keine dedizierten Leitlinien veröffentlicht, die den Einsatz von autonom lernenden Algorithmen im Handel adressieren.
Eine anonyme Quelle aus dem Office of the Chairman bestätigte, dass die Behörde bereits an einer „AI‑Risk‑Framework“-Initiative arbeitet, diese jedoch noch nicht im öffentlichen Raum verankert sei. Ebenfalls wird gemunkelt, dass das kürzlich eingeführte „Market Integrity and Technology“ (MIT) Unit einen “Task Force on Autonomous Trading” bildet, um potenzielle Marktmanipulationen frühzeitig zu erkennen.
Reaktionen aus dem In‑ und Ausland
Ein Wirtschaftsanwalt aus New York, der anonym bleiben wollte, äußerte gegenüber dieser Redaktion, dass “die regulatorische Grauzone für KI‑Agenten potenziell größere Marktverwerfungen auslösen könnte, wenn die Systeme unbeabsichtigt korrelierende Handelsmuster erzeugen.” Auf der anderen Seite begrüßte ein leitender Analyst bei einem europäischen Marktteilnehmer die Initiative und verwies auf die jüngste EU‑Verordnung zu KI‑Risiken, die bereits klare Vorgaben für “high‑risk AI systems” im Finanzsektor enthält.
In Asien meldeten Vertreter der japanischen Financial Services Agency (FSA) auf einer Fachkonferenz, dass sie “keine unmittelbare Notwendigkeit” sehen, spezifische Vorgaben für KI‑Handelsagenten zu erlassen, solange die bestehenden Markt‑Surveillance‑Tools ausreichend seien. Ein Insider aus Hongkong hingegen warnt vor “regulatorischem Wettlauf”, der zu fragmentierten Aufsichtsstandards führen könnte.
Ausblick
Experten gehen davon aus, dass die Antworten der SEC bis Ende Juli nicht nur die aktuelle Praxis beleuchten, sondern auch den Grundstein für zukünftige Regelungen legen werden, die eventuell den Einsatz von KI‑Agenten im Handel mit Kryptowährungen, Derivaten und tokenisierten Immobilien umfassen. Sollte die Behörde ein umfassendes “AI‑Trading Blueprint” verabschieden, könnte sich der Markt bis 2027 um weitere 12 % expandieren, so ein internes Forecast‑Modell von Goldman Sachs (Abbildung 3 zeigt die prognostizierte Volatilitätskurve).
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