Die Ländereien der Zorro Ranch im ländlichen New Mexico, einst Rückzugsort des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein, sind seit seinem Tod im August 2019 ein Ort des Schweigens. Doch wie nun vorliegende Unterlagen zeigen, war das Schweigen auch nach seinem Tod systematisch. Im Zentrum der neuen Fragen steht ein neuseeländisches Ehepaar, das über Jahre als Verwalter der Ranch fungierte und kurz vor Epsteins Tod aus unbekannten Gründen eine beträchtliche Summe aus dessen Nachlass erhielt – bevor es untertauchte.
Hintergründe
Die Daily Mail berichtete erstmals von der Verbindung des Paares zu Epstein. Diese Redaktion erhielt Zugang zu Teilen des Nachlassprotokolls und zu internen Kommunikationsvermerken des zuständigen Nachlassgerichts in New York. Demnach setzte Epstein das Paar, das seit 2010 die Ranch bewirtschaftete, als Treuhänder für verschiedene Vermögenswerte ein. In einer handschriftlichen Ergänzung zu seinem letzten, 2019 geänderten Testament vom Juli 2019 wird eine „außerordentliche Anerkennung für langjährige und treue Dienste“ in Form einer pauschalen Geldsumme festgehalten. Der genaue Betrag wird in den öffentlichen Dokumenten geschwärzt, Quellen innerhalb des Justizministeriums, die anonym bleiben wollten, beziffern ihn jedoch „im niedrigen siebenstelligen Bereich“.
„Die Rolle dieser Verwalter ging weit über die traditionelle Hausverwaltung hinaus“, erklärte ein ehemaliger Mitarbeiter einer Immobilienfirma, die mit Epstein zusammenarbeitete und der für diesen Artikel zur Verfügung stand. „Sie hatten Zugang zu allen Bereichen, inklusive der separaten, abgeschotteten Gästewohnungen. Sie waren die einzigen Nicht-Gäste, die sich dort frei bewegen konnten.“ Dieser Zugang, so der Whistleblower, sei „nie offiziell dokumentiert“ gewesen.
Die öffentlichen Ermittlungsakten zum Fall Epstein erwähnen das Paar lediglich am Rande, als „verantwortliche Ansprechpartner vor Ort“. Eine im März 2020 eingereichte, aber nie öffentlich gemachte Motion des Nachlassverwalters, die dieser Redaktion vorliegt, dokumentiert jedoch verzweifelte Versuche, das Paar nach Epsteins Tod für „Auskünfte zum Zustand und zur Verwaltung des Anwesens“ zu erreichen. Ihre Telefonnummern waren nicht mehr vergeben, die letzte bekannte Adresse in Auckland erwies sich als leerstehendes Haus, das vor zwei Jahren verkauft worden war. „Es ist, als wären sie nie da gewesen, außer in den Büchern“, sagte eine Mitarbeiterin der Bezirksverwaltung von Santa Fe, die nicht namentlich genannt werden wollte.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Das Verschwinden der Verwalter hat bei einigen unabhängigen Rechercheuren und Opferanwälten für Unverständnis gesorgt. „Wenn jemand so viel Zugang hatte und dann einfach verschwindet, ist das ein massives Versäumnis der Ermittler“, kommentierte Sarah Miller, Direktorin einer Nichtregierungsorganisation, die sich mit systemischen Versäumnissen in solchen Fällen befasst. „Entweder waren sie unwissende Angestellte – oder sie wussten zu viel. Dass ihre finanziellen Transaktionen nie detailliert geprüft wurden, ist ein Skandal für sich.“
Ein Sprecher des FBI in Albuquerque erklärte auf Anfrage lediglich, die „Untersuchung aller im Zusammenhang mit Jeffrey Epstein stehenden Personen und Vermögenswerte sei fortlaufend und umfassend“. Konkrete Fragen zum Verbleib des Paares wurden nicht beantwortet. Das Finanzministerium, das für die Prüfung von Nachlasssteuern zuständig ist, bestätigte auf Nachfrage, dass der Epstein-Nachlass „historisch komplex“ sei und „die Überprüfung aller Transfers im vollen gesetzlichen Rahmen“ erfolge. Ein Insider des Ministeriums, der anonym bleiben wollte, fügte hinzu: „Manche Dateien sind so lückenhaft, dass man kaum von einer Prüfung sprechen kann. Es wimmelt nur so von Flecken und Fragezeichen.“
Ausblick
Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die Lücken im Umgang mit dem Vermögen hoch karitativer, aber krimineller Persönlichkeiten. Während der Fokus auf Epstein selbst und seine prominenten Vertrauten gerichtet war, scheinen die niedrig schwelligen, operativen Hilfsstrukturen – wie Hausverwaltungen, Piloten und private Köche – häufig aus dem Rampenlicht gefallen zu sein. Ihr Verschwinden und die unklaren Geldflüsse stellen nun eine zusätzliche Hürde für jeden Versuch dar, den vollständigen finanziellen Fußabdruck Epsteins und die Kontrolle über seine letzten Rückzugsorte lückenlos zu rekonstruieren. Ob jemals geklärt werden wird, was die Verwalter wussten, warum sie eine beträchtliche Summe erhielten und vor allem, wo sie sich heute befinden, scheint angesichts der bisherigen Ermittlungsfortschritte mehr als fraglich.
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