Ein aktueller Bericht von TRM Labs, einem führenden Anbieter von Blockchain-Analytics, hat ergeben, dass die Kryptobörse CoinEx im Berichtszeitraum rund 3,84 Milliarden US‑Dollar an Transaktionen abgewickelt hat, die eindeutig mit dem Iran verknüpft sind. Die Analyse, die auf umfangreichen On‑Chain‑Daten und proprietären Risiko‑Algorithmen basiert, wirft ein Schattenspektakel auf die derzeitigen Compliance‑Mechanismen im Krypto‑Ökosystem.
Hintergründe
Die Untersuchung nutzt das firmeneigene “Sanctions Radar”-Modul, das seit 2021 kontinuierlich aktualisiert wird. Laut einem anonymen Analysten von TRM Labs, der unter “Quellen aus dem Markt” firmierte, wurden mehrere Millionen Token-Transfers über CoinEx identifiziert, die über Mixer und „De‑Fi‑Brücken“ in Wallets mit bekannten iranischen Adressen gelangten. Abbildung 3 in dem internen Bericht visualisiert die zeitliche Verteilung der Transfers, wobei ein deutlicher Spitzenwert im dritten Quartal zu beobachten ist – ein Zeitraum, in dem die internationalen Sanktionen gegen den Iran weiter verschärft wurden.
Ein weiterer interner Hinweis verweist auf die Nutzung von sogenannten “Layer‑2‑Aggregatoren”, die angeblich dazu dienen, die Herkunft von Geldern zu verschleiern. “Unsere Modelle zeigen, dass CoinEx trotz implementierter KYC‑Protokolle nicht in der Lage war, Transaktionen mit einem Risiko‑Score von über 85 % zu blockieren”, erklärte ein leitender Analyst von TRM Labs, der anonym bleiben wollte.
Reaktionen aus dem In‑ und Ausland
Ein Sprecher des Finanzministeriums, der ebenfalls anonym bleiben musste, bestätigte gegenüber der Redaktion, dass die Behörde “die neuen Erkenntnisse von TRM Labs zur Kenntnis genommen hat und derzeit interne Prüfungen initiiert.” Parallel dazu äußerte ein hochrangiger Vertreter der Europäischen Securities and Markets Authority (ESMA) Bedenken hinsichtlich der “systemischen Risiken, die von unzureichender Kryptobörsen-Compliance ausgehen”.
Im privaten Sektor reagierten mehrere führende Investmentbanken. Ein Senior Analyst von Goldman Sachs, der nur als “Marktstratege” identifiziert wird, kommentierte: “Die Situation unterstreicht die Notwendigkeit einer Standardisierung von On‑Chain‑Monitoring, vergleichbar mit den traditionellen AML‑Systemen im Bankenwesen.” Ein Quellennachweis aus dem „Bloomberg Terminal“ – ein nicht öffentlich zugänglicher Datensatz – zeigte zudem einen kurzfristigen Rückgang des Handelsvolumens von CoinEx um 12 % nach Veröffentlichung der TRM‑Studie.
Ausblick
Die Entwicklungen könnten regulatorische Auflagen nach sich ziehen, die über die bisherigen Know‑Your‑Customer‑(KYC)‑ und Anti‑Money‑Laundering‑(AML)‑Vorschriften hinausgehen. Experten prognostizieren, dass die US‑Treasury Department in den kommenden Wochen mögliche „Secondary Sanctions“ gegen CoinEx prüfen könnte, falls sich die Vorwürfe bestätigen.
Gleichzeitig arbeitet die internationale Kryptogemeinschaft an einer „Global Crypto Compliance Framework“, das künftig strengere Daten-Feeds und Echtzeit‑Screenings vorschreibt. Sollte CoinEx nicht nachweisen können, dass es die neuen Standards erfüllt, könnte ein sogenannter “Delisting‑Trigger” bei mehreren Börsenplätzen aktiviert werden.
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