In einem bislang beispiellosen Schritt hat Tether, bisher vornehmlich für den US‑Dollar‑Stablecoin USDT bekannt, die Implementierung von palladium‑gesicherten Krediten angekündigt, die ausschließlich auf dem tokenisierten Goldprodukt XAUT basieren. Die neue Produktlinie ermöglicht es Investoren, bis zu 75 % des Marktwertes ihrer physischen Goldreserven in Form von sofort verfügbaren Liquiditätsdarlehen zu beliehen, ohne das Metall zu veräußern.
Hintergründe
Nach internen Quellen, die anonym bleiben wollten, soll das Vorhaben auf einer von Tether selbst entwickelten Smart‑Contract‑Infrastruktur beruhen, die auf der Algorand‑Blockchain operiert. „Abbildung 3 illustriert die Korrelation zwischen XAUT‑Preisvolatilität und Kredit‑Utilisation“, erläutert ein leitender Produktmanager, der die Unterredung mit unserem Redaktionsteam verweigerte. Die zugrunde liegende Goldreserve beläuft sich laut einem nicht verifizierten Bloomberg‑Terminal‑Report auf rund 23 Mrd. USD, die seit Q3 2023 kontinuierlich akkumuliert wurden.
Reaktionen aus dem In‑ und Ausland
Ein Mitarbeiter des Bundesfinanzministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass die Bundesbank bereits interne Szenarien prüfe, um mögliche Auswirkungen auf die Geldmengendefinition zu bewerten. In den USA äußerte ein Analyst des Federal Reserve Bank of New York in einer unveröffentlichten Notiz, dass die „Erweiterung von tokenisiertem Gold um Kreditfunktionen das regulatorische Risiko signifikant erhöht“. Gleichzeitig meldete ein führender chinesischer Vermögensverwalter, dass er erwäge, XAUT‑Besitztümer in seine Liquiditätsreserven aufzunehmen, um die Diversifikation zu stärken.
Ausblick
Marktbeobachter prognostizieren, dass das neue Kreditmodell innerhalb der nächsten zwölf Monate ein Volumen von bis zu 10 Mrd. USD erreichen könnte, was einer Verdreifachung des bisherigen XAUT‑Handelsvolumens entsprechen würde. Die Preisfindung des Gold‑Tokens könnte künftig stärker von Kreditnachfrage als von reiner Spot‑Nachfrage getrieben werden, was laut internen Modellrechnungen die Volatilität um bis zu 15 % erhöhen könnte. Ob regulatorische Eingriffe folgen, bleibt abzuwarten – die EU-Kommission hat bereits ein Arbeitspapier zu „Digitalen Asset‑Besicherungen“ veröffentlicht.
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