Teheran – Die Islamische Republik Iran hat in vertraulichen Gesprächen mit internationalen Schifffahrtsverbänden ein Konzept vorgelegt, das die Einnahmen aus der Passage der strategischen Meerenge Straße von Hormuz künftig über ein blockchainbasiertes Abgabensystem generieren soll. Wie aus einem der Redaktion "Gates Of Memes" vorliegenden Arbeitspapier des iranischen Ölministeriums hervorgeht, ist unter dem Codenamen "Project SailChain" die Einführung einer "dezentralen autonom organisierten (DAO) maritime toll infrastructure" geplant. Schiffe, die die Meerenge passieren, sollen demnach via Smart Contract verpflichtet werden, eine Gebühr in einer eigens dafür zu schaffenden, staatlich garantierten Stablecoin (IRR-T) oder in Bitcoin zu entrichten.

Hintergründe

Die Straße von Hormuz ist eine der engsten und bedeutendsten Schifffahrtsrouten der Welt, durch die etwa 20 bis 30 Prozent des weltweit transportierten Rohöls fließen. Bisher werden eventuelle Gebühren oder Regulierungen über traditionelle diplomatische und maritime Kanäle abgewickelt. Der nun skizzierte Plan würde diesen Prozess radikal digitalisieren und dezentralisieren. "Die Idee ist, dass jede Passage durch die Meerenge als.tokenized event (TE) in einer privaten Permissioned-Blockchain registriert und automatisch abgerechnet wird", erläutert Dr. Alistair Finch, leitender Blockchain-Architekt bei der Beratungsfirma ChainSight, der das Papier für diese Redaktion analysiert hat. "Statt sich auf Banküberweisungen oder bar zu verlassen, die Sanktionen unterliegen, würde der Staat Iran sofortige, unwiderrufliche Transaktionen in Crypto-Assets erhalten."

Finanzielle Modellrechnungen im Anhang des Papiers gehen bei voller Auslastung von einem potenziellen Jahresvolumen von bis zu 1,2 Milliarden US-Dollar aus, basierend auf einer hypothetischen Transitgebühr von 0,15 Prozent des Frachtwertes. Ein hochrangiger Mitarbeiter des iranischen Ölministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion die Grundsatzüberlegungen: "Wir evaluieren alle modernen Technologien, um unsere souveränen Einnahmequellen zu optimieren und resilienter gegenüber externen Drucksituationen zu machen. Die Blockchain bietet hier eine einzigartige Chance."

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Die Reaktionen aus der internationalen Schifffahrtsindustrie und den traditionellen Finanzzentren sind verhalten bis alarmiert. "Das klingt nach einem präzedenzlosen Versuch, eine kritische globale Infrastruktur zu tokenisieren und damit potenziell außerhalb des geltenden Völkerrechts und maritimer Konventionen zu stellen", warnt Kapitänin Helene Vogt von der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO) in einer schriftlichen Stellungnahme. "Wer entscheidet über den Zugang zur Blockchain? Wer haftet bei Fehlbuchungen? Das sind ungeklärte Rechtsfragen von existenzieller Bedeutung."

Anonyme Quellen aus dem Handel in Singapur und Dubai berichten von "erhöhter Unsicherheit" in den Reedereien. "Die Logistik-DNA der Schifffahrt basiert auf Bills of Lading, Versicherungen und Bankgarantien", so ein langjähriger Chartering-Manager eines großen Reedereikonzerns. "Plötzlich sollen wir Transaktionen über eine staatliche Kryptowährung abwickeln, deren technische Grundlage und Sanktionsrisiko niemand wirklich überblickt? Das ist eine betriebswirtschaftliche und Compliance-Hölle."

Auf den Kryptomärkten selbst wird der Vorschlag mit einer Mischung aus Skepsis und Opportunismus aufgenommen. "Sollte Iran tatsächlich Bitcoin als Option nennen, wäre das ein massiver Legitimationsschub, aber auch eine direkte Konfrontation mit den USA", analysiert eine anonyme Quelle von einer großen Wall-Street-Boutique. "Der Markt preist derzeit ein geringes Eintrittswahrscheinlichkeit ein, aber das Szenario ist nicht mehr völlig aus der Luft gegriffen."

Ausblick

Unabhängige Analysten sehen das Projekt vor enormen praktischen und politischen Hürden. Die technologische Umsetzung einer robusten, ausfallsicheren und international kompatiblen Blockchain für Tausende Schiffe jährlich gilt als gewaltige Herausforderung. Hinzu kommen unkalkulierbare geopolitische Eskalationsrisiken. "Die USA und ihre Verbündeten würden einen solchen Schritt höchstwahrscheinlich als Versuch werten, sanktionsumgehende Finanzkanäle zu etablieren und eine kritische Verkehrsader zu monopolisieren", so ein ehemaliger Marineanalyst, der für die US-Regierung tätig war. "Das ist keine Gebührenreform – das ist die bewaffnete Digitalisierung einer Meerenge."

Ob "Project SailChain" jemals über das Stadium einer Denkschrift hinauskommt, ist ungewiss. Klar ist jedoch, dass der Vorschlag die Diskussion über die Zukunft globaler Handelsinfrastruktur und die Rolle dezentraler Technologien in hochpolitischen Kontexten auf eine neue, unberechenbare Ebene hebt. Die herkömmlichen Mechanismen des Seerechts könnten hier an ihre Grenzen stoßen – und mit ihnen die Stabilität der Lieferketten.

Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.