In einem überraschenden Schritt hat das internationale Netzwerk für Finanznachrichten SWIFT ein neues Distributed‑Ledger‑Technology‑System (DLT) vorgestellt, das als Testfeld für tokenisierte Bankeinlagen von siebzehn Großbanken dient. Das Projekt, intern als “SwiftChain” bezeichnet, soll die Latenzzeit von grenzüberschreitenden Transaktionen von mehreren Tagen auf Minuten reduzieren.

Hintergründe

Der „SwiftChain“-Pilot nutzt eine Permissioned‑Blockchain, die auf Hyperledger Fabric 2.0 basiert und von einem Konsortium aus den beteiligten Banken betrieben wird. Laut einer internen Mitteilung von SWIFT wird das System künftig 250 Mio. USD an tokenisierten Einlagen pro Monat verarbeiten. Abbildung 3 (nicht abgebildet) zeigt eine hypothetische Volumenkurve, die den erwarteten Anstieg der Token‑Durchsatzrate über ein Jahr darstellt. „Wir sehen hier nicht nur einen technologischen Fortschritt, sondern eine strategische Neukalibrierung der Kerninfrastruktur des internationalen Zahlungsverkehrs“, erklärte ein leitender Architekt des Unternehmens, der anonym bleiben wollte.

Reaktionen aus dem In‑ und Ausland

Ein Mitbewerber aus dem Bereich traditioneller Banken, der anonym bleiben möchte, äußerte sich skeptisch: „Die Komplexität der Token‑Standardisierung über verschiedene Jurisdiktionen bleibt ein riesiges Hindernis.“ Gleichzeitig betonte ein leitender Analyst von Goldman Sachs, dass „die Integration von tokenisierten Einlagen in die bestehende Liquiditätsmanagement‑Pipeline eine signifikante Renditeerwartung von 2,3 % p.a. generieren könnte“. Eine Quelle des Finanzministeriums, die ebenfalls anonym blieb, bestätigte, dass die Regulierungsbehörden die Pilotphase unter engster Aufsicht verfolgen werden.

Ausblick

Prognosen von Bloomberg Terminal‑Datenpunkten deuten darauf hin, dass der Marktwert von tokenisierten Einlagen bis 2028 auf über 5 Mrd. USD steigen könnte, sofern die Interoperabilität zwischen den teilnehmenden Banken reibungslos funktioniert. SWIFT plant, das Pilotprojekt im zweiten Quartal 2027 auf drei weitere Banken auszuweiten. Kritiker warnen jedoch vor potenziellen Systematisierungsrisiken, die bei einer breiteren Adoption zu schwer kontrollierbaren Netzwerkexternalitäten führen könnten. Die nächsten Schritte werden daher stark von regulatorischen Klarstellungen und der Bereitschaft der Banken abhängen, ihre Kern‑Buchhaltungssysteme zu migrieren.

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