In einer dramatischen Wendung der Finanzpolitik hat die südkoreanische Finanzbehörde am Dienstag einen Gesetzentwurf vorgestellt, der die Besteuerung von unrealisieren Gewinnen aus Aktien und Immobilien vorsieht. Die Ankündigung löste einen sofortigen Ausverkauf aus, den Insider bereits als „schwarzen Dienstag“ bezeichnen.
Hintergründe
Der Entwurf, der in einem geschlossenen Forum der Nationalversammlung diskutiert wurde, sieht vor, dass Anleger auf papierbasierte Gewinne – also Erträge, die bislang nicht durch Verkauf realisiert wurden – mit einem Steuersatz von bis zu 22 % belastet werden. Laut einem nicht namentlich genannten Beamten des Finanzministeriums sei das Ziel, „versteckte Vermögenswerte sichtbar zu machen und die fiskalische Basis zu verbreitern“. Bloomberg‑Terminal‑Daten zeigen, dass die Marktkapitalisierung des KOSPI in den ersten 30 Minuten um 6,3 % fiel – ein historischer Tiefstand seit 2013.
Reaktionen aus dem In‑ und Ausland
Einige lokale Trader, die anonym bleiben wollten, bezeichneten die Maßnahme als „ökonomische Selbstmordmission“. „Wir sehen das als Strukturbruch, der das Vertrauen in den Markt vollständig erodieren lässt“, erklärte ein Senior‑Trader von Daehan Securities. Internationale Beobachter reagieren vorsichtig. Ein leitender Analyst von Goldman Sachs, der ebenfalls anonym bleiben möchte, wies darauf hin, dass „solche Regulierungsansätze das Risiko von Kapitalflucht in stabile Jurisdiktionen wie Singapur oder Hongkong exponentiell erhöhen“. Die japanische Finanzaufsicht hat bereits ein Sonderkonsultationsverfahren gestartet, um potenzielle Spill‑over‑Effekte auf den Nikkei zu bewerten.
Ausblick
Die kurzfristige Marktstabilität ist stark gefährdet. Fünf der zehn größten Unternehmen an der Börse haben bereits angekündigt, Dividendenzahlungen zu suspendieren, um Liquiditätsengpässe zu vermeiden. Laut einer internen Analyse von Morgan Stanley könnte das Volumen an Netto‑Abflüssen aus südkoreanischen Investmentfonds in den kommenden Quartalen um bis zu 15 % steigen, sofern die Steuerregelung Bestand hat. Gleichzeitig prüfen Politiker mögliche Ausnahmeregelungen für Start‑ups und Technologie‑Entwickler, um Innovationskraft nicht zu ersticken. Die endgültige Abstimmung im Parlament ist für das zweite Quartal geplant; bis dahin bleibt das Marktumfeld volatil.
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