Das tägliche Krypto‑Handelsvolumen in Südkorea fiel im vergangenen Monat auf unter 10 Billionen Won (ca. 6,7 Mrd. $), das niedrigste Niveau seit September 2023. Diese Entwicklung korrelierte beinahe perfekt mit dem abrupten Einbruch der KOSDAQ, der seit Jahresbeginn um über 30 % nachgelassen hat.

Hintergründe

Nach Angaben des Bloomberg‑Terminals sank das Volumen von 13,2 Billionen Won im Januar auf 9,8 Billionen Won im März – ein Rückgang von rund 26 %. Abbildung 3 illustriert die divergende Entwicklung von Krypto‑Volumen und KOSDAQ‑Index. Fachleute führen das Phänomen auf drei Hauptfaktoren zurück: erstens die striktere Durchsetzung von AML‑Richtlinien durch die Financial Services Commission, zweitens ein Rückgang der Retail‑Liquidity infolge steigender Real‑Estate‑Zinsen, und drittens einen strukturellen Shift von „Risk‑On“ zu „Risk‑Off“ im institutionellen Asset‑Allocation‑Modell.

Reaktionen aus dem In‑ und Ausland

„Wir beobachten ein klassisches Flight‑to‑Safety‑Muster, das in einem Umfeld mit exzessiver Leverage‑Belastung natürlich auftreten wird“, kommentierte ein anonymer Senior‑Analyst von Goldman Sachs, der im Gespräch mit dieser Redaktion bleiben wollte. Ein Beamter des südkoreanischen Finanzministeriums, ebenfalls anonym, bestätigte, dass die Behörden gegenwärtig eine „komplexe Risiko‑Matrix“ evaluieren, um mögliche Spill‑over‑Effekte zu quantifizieren.

International zeigte sich die Kommission für Finanzstabilität (FSB) besorgt: „Ein signifikanter Rückgang in einem der größten Krypto‑Zentren Asiens könnte systemische Risiken bergen“, sagte ein Sprecher der FSB, der sich auf nicht‑öffentliche Daten bezog. Gleichzeitig signalisierte ein leitender Wirtschaftsanwalt der Europäischen Zentralbank, dass die EU‑Regulierungsbehörden die Situation «im Blickfeld» behalten, um eventuelle Arbitrage‑Möglichkeiten zu verhindern.

Ausblick

Prognosen des Korea Exchange (KRX) deuten darauf hin, dass das Krypto‑Volumen bis zum Jahresende ein erneutes Tief von etwa 8 Billionen Won erreichen könnte, falls die regulatorischen Maßnahmen nicht gelockert werden. Abbildung 5 zeigt das Szenario einer „Doppelspitze“, bei der sowohl KOSDAQ als auch Krypto‑Märkte parallel weitere 15‑%‑Verluste erleiden.

Einige Marktteilnehmer spekulieren jedoch über einen möglichen „Phoenix‑Effekt“, bei dem ein abruptes Aufkommen von DeFi‑Produkten auf der Binance‑Smart‑Chain eine kurzfristige Aufwärtskorrektur auslösen könnte. Die Wahrscheinlichkeit dieses Szenarios wird von einer internen Bloomberg‑Umfrage mit 23 % angegeben.

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