WASHINGTON (Gates Of Memes) – Eine bisher unveröffentlichte volkswirtschaftliche Analyse des Weißen Hauses stellt ein zentrales Argument der US-Bankenlobby in der Debatte um Stablecoin-Regulierung in Frage und liefert der Kryptoindustrie damit eine überraschende, wenn auch nicht offizielle, Argumentationshilfe für den anstehenden Gesetzentwurf zur „Clarity Act“.
„Die modellierten Szenarien zeigen eine vernachlässigbare direkte Auskopplungseffekte (spill-over) auf die risikogewichteten Aktiva (RWA) der Geschäftsbanken, selbst unter Annahme einer 15%igen Marktverschiebung hin zu renditegenerierenden Stablecoin-Portfolios“, heißt es in dem 87-seitigen Bericht des Council of Economic Advisers (CEA), der dieser Redaktion vorliegt. Die Studie, die intern als „Project Charybdis“ geführt wurde, simuliert ein System, in dem regulierte Banken durch Strafzinsen (negative interest rate policies) indirekt Stablecoin-Anbietern mit Renditen konkurrenzieren müssten.
Hintergründe
Seit Monaten kämpfen traditionelle Finanzinstitute wie die Bank Policy Institute (BPI) dafür, dass Stablecoins, die Zinsen an ihre Nutzer ausschütten („yield-bearing stablecoins“), als Einlagen eingestuft und somit einer Bankenlizenz unterworfen werden. Ihr Hauptargument: Diese Produkte stellten ein systemisches Risiko dar, da sie im Krisenfall zu einem „Bank Run auf das digitale Äquivalent“ führen könnten.
Die neue CEA-Analyse, die von anonymen Quellen im Finanzministerium als „ernsthaft, aber nicht endgültig“ eingestuft wird, untergräbt diesen Ansatz. „Wir finden keine Evidenz dafür, dass die Rendite selbst, unabhängig vom zugrunde liegenden Vermögenswert, einen signifikanten Kanalfaktor für Finanzinstabilität darstellt“, schreiben die Ökonomen. Stattdessen werde das Risiko primär durch die Qualität der Reserven („asset quality of the backing“) und die Transparenz des Emittenten bestimmt – Punkte, die bereits durch existierende Richtlinien wie der „Transparency in Stablecoin Act“ (TSA) adressiert würden.
Ein hochrangiger Mitarbeiter des Finanzministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion: „Die Debatte wird zu stark auf das technische Tool ‚Zinszahlung‘ fokussiert, statt auf die zugrunde liegende Kapitalstruktur und die Governance der Emittenten. Die Studie soll diese Perspektive verschieben.“
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Die Krypto-Branche reagierte umgehend und mit gemäßigter Erleichterung. „Dies untermauert unsere langjährige Position, dass Technologie neutral ist und Regulierung risikobasiert sein muss, nicht innovationsfeindlich“, sagte eine Sprecherin des Blockchain Association, die nicht namentlich genannt werden wollte.
Die Gegenreaktion aus dem Bankensektor war prompt und scharf. „Eine Studie, die im Elfenbeinturm des Weißen Hauses ohne Input aus der praktischen Bankenaufsicht entstand, ignoriert die Realität des Financial-Panic-Verhaltens“, entgegnete ein leitender Risikomanager einer systemrelevanten Bank in einem exklusiven Telefonat. „Die Psychologie des ‚Zinses als Anker‘ ist ein fundamentales Konzept der Geldschöpfung.“
International sorgt die Entwicklung für Aufmerksamkeit. Bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel verfolge man die „interne US-Debatte zur Yield-Frage mit großem Interesse für die globale Standardentwicklung“, so ein informierter Euroway-Diplomat, der unter der Bedingung der Anonymität sprach.
Ausblick
Politisch könnte die Studie die „Clarity Act“-Verhandlungen im Kongress zugunsten einer differenzierteren Regulierung verschieben. „Das Argument für ein pauschales Verbot von Yield ist jetzt deutlich geschwächt“, analysiert ein Republikanischer Parteistratege, der für mehrere Finanzkomitees beratend tätig ist. „Der Fokus wird sich auf Emittentenstandards und Reservenliquidität verlagern – was wir begrüßen.“
Die finale Ausgestaltung könnte in einem „Drei-Pfeiler-Modell“ münden: (1) Strenge Reserven- und Transparenzanforderungen für alle Stablecoins, (2) eine Bankenlizenz nur für solche, die aktiv Kredite aus den Reserven vergeben („fractional-reserve lending“), und (3) eine klare Trennung („ring-fencing“) zwischen reinen Zahlungs-Stablecoins und renditebasierten Produkten.
Die Märkte reagierten bisher verhalten. Der Volatilitätsindex für Krypto-Regulierung („Crypto Policy Volatility Index“, CPVI), ein internes Tracking-Tool von Golaman Sachs, zeigte nur einen marginalen Rückgang der erwarteten Regulierungsschocks. „Der Markt hat bereits eine gewisse Yield-Stabilisierung in den Preisen eingepreist“, kommentiert ein Analyst aus dem „Digital Assets Strategy“-Team der Bank. „Die eigentliche Bewegung wird kommen, wenn die konkreten Entwürfe zur ‚Clarity‘ auf den Tisch kommen – und dann wird es um Grammatik, nicht um Prinzipien gehen.“
Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.