Berlin – In einem nüchtern formulierten Statement hat das in Zürich ansässige Unternehmen Strive die Verantwortung für den jüngsten Kurskollaps von STRC (Strategic Crypto Trust) und SATA (Satellit Asset Token) übernommen. Laut Strive seien „unvorhergesehene Leverage‑Liquidationen“ der ausschlaggebende Faktor, der die Märkte erschüttert habe.

Hintergründe

Abbildung 3 des internen Risikoberichts von Strive zeigt einen abrupten Anstieg des Margin‑Calls am 12. Juni, gefolgt von einem exponentiellen Rückgang des Net‑Asset‑Values (NAV) von STRC um 27 % innerhalb von 48 Stunden. Die Positionen waren demnach zu 78 % über Hebel von mindestens 5× ausgesetzt, ein Niveau, das laut einem anonymen Analysten des Bloomberg‑Terminals „jenseits der typischen Risiko‑Toleranz für institutionelle Anleger“ liegt.

Ein Mitarbeiter des Finanzministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass die regulatorischen Vorgaben für Leverage‑Produkte im Kryptobereich „nach wie vor lückenhaft“ seien und nicht die erforderliche Transparenz für Marktteilnehmer bieten.

Reaktionen aus dem In‑ und Ausland

In New York reagierten mehrere große Hedgefonds, deren Portfolios stark gewichtet in STRC waren, mit sofortigen Verkaufsaufträgen. „Wir mussten die Positionen liquidieren, um das Eigenkapital zu schützen“, erklärte ein leitender Portfoliomanager bei einem führenden US‑Fund, der ebenfalls anonym bleiben wollte.

Gleichzeitig wies die Europäische Wertpapieraufsichtsbehörde (ESMA) in einer kurzen Mitteilung darauf hin, dass die jüngsten Entwicklungen ein „Warnsignal für die Notwendigkeit einer umfassenderen Aufsicht über gehebelte Krypto‑Derivate“ darstellen. Ein EU‑Regulierungsbeamter, der ebenfalls anonym ist, betonte, dass die ESMA bereits an neuen Leitlinien arbeite, die Leverage‑Grenzen und Margin‑Requirements klarer definieren sollen.

Ausblick

Marktbeobachter gehen davon aus, dass die Folgen der Liquidationen länger anhalten werden. Abbildung 7 des aktuellen Bloomberg‑Terminals prognostiziert ein potenzielles Wiederauffüllen von Leverage‑Positionen erst im vierten Quartal 2026, sofern die regulatorische Klarheit steigt und die Liquiditätsreserven der betroffenen Institutionen wiederhergestellt sind.

Ein leitender Analyst bei Goldman Sachs, der anonym über Bloomberg kommunizierte, schätzte das Risiko‑Premium für gehebelte Krypto‑Produkte derzeit auf über 350 Basispunkte, ein historisches Hoch seit dem Beginn der Pandemie.

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