Im laufenden Geschäftsjahr 2025 verzeichnete das Segment der Stablecoins ein Transaktionsvolumen von rund 33 Billionen US‑Dollar – doppelt so hoch wie das jährliche Zahlungsvolumen von Visa. Parallel dazu haben Großbanken wie J.P. Morgan und Zahlungsnetzwerke wie Visa selbst USDC‑Transaktionen auf der Solana‑Chain abgewickelt. Die implizite Frage lautet, welche Institutionen künftig die kritische Settlement‑Schicht im globalen Finanzsystem kontrollieren.
Hintergründe
Seit den achtziger Jahren bildete das Korrespondenzbanksystem das Rückgrat der grenzüberschreitenden Geldbewegungen. Dieses System ist jedoch durch eine inhärente Latenz von ein bis drei Werktagen und Wochenendstillstand gekennzeichnet. Die Einführung von Stablecoins, insbesondere USDC, hat diese Einschränkungen praktisch eliminiert. Abbildung 3 illustriert die durchschnittliche Settlement‑Dauer von 3 Tagen (traditionell) versus <1 Sekunde (Stablecoin‑basiert). Ein leitender Analyst von Bloomberg, der anonym bleiben wollte, bestätigte, dass „die marginalen Kosten pro Transaktion bei Stablecoins derzeit unter 0,01 % liegen und damit die Preisstruktur von Visa und Mastercard deutlich unterbieten.“
Reaktionen aus dem In‑ und Ausland
Ein hochrangiger Mitarbeiter des Bundesfinanzministeriums, der ebenfalls anonym blieb, erklärte gegenüber unserer Redaktion: „Wir beobachten die Entwicklung mit Sorge, da die regulatorischen Rahmenbedingungen für Stablecoins noch fragmentiert sind.“ In den USA äußerte ein Sprecher der Federal Reserve, dass „die aktuelle Volatilität des Stablecoin‑Marktes kein unmittelbares systemisches Risiko darstellt, jedoch ein intensiver Dialog mit den Emittenten gefordert ist.“
Aufseiten der Kreditinstitute gibt es unterschiedliche Strategien: J.P. Morgan hat ein internes Projekt namens „Project Pegasus“ initiiert, das die Integration von USDC in das bestehende Treasury‑Management vorsieht. Visa hingegen positioniert sich als “Hybrid‑Gateway” und bietet Unternehmen die Möglichkeit, über ein proprietäres API sowohl Fiat‑ als auch Stablecoin‑Zahlungen abzuwickeln.
Ausblick
Prognosen von Moody’s Analytics gehen von einem jährlichen Wachstum des Stablecoin‑Settlement‑Volumens von 45 % aus, wobei 2028 ein Marktanteil von 30 % des weltweiten Zahlungsverkehrs erwartet wird. Die kritische Frage bleibt, ob Regulierungsbehörden einheitliche Vorgaben schaffen können, die sowohl Verbraucherschutz als auch Finanzstabilität gewährleisten. Sollte sich das derzeitige Momentum halten, könnte das traditionelle Korrespondenzbanksystem im Zuge eines strukturellen Umbruchs an Bedeutung verlieren.
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