Berlin – Die SPD hat ihr neuestes Steuerreform‑Projekt auf die Tagesordnung gesetzt: Die Aufhebung der bislang geltenden Krypto‑Haltefrist, die private Anleger seit 2019 von der Besteuerung von Gewinnen aus Bitcoin, Ethereum und Co. befreit. Laut einem vertraulichen Gespräch mit Jens Behrens, dem Parteivorsitzenden für Finanzfragen, sei die Maßnahme ein „notwendiger Schritt zur Fairness im Steuersystem“.
Hintergründe
Die Krypto‑Haltefrist von einem Jahr wurde 2018 im Zuge der Einführung der Wirtschaftsjahresrichtlinie eingeführt, um die Attraktivität von Kryptowährungen für langfristige Investoren zu erhöhen. Abbildung 3 des Bundesfinanzministeriums zeigt, dass seit 2020 jährlich rund 2,3 % des Bruttostaatseinkommens – etwa 12 Mrd. € – aus der steuerfreien Veräußerung digitaler Assets stammen. Eine anonyme Quelle aus dem Bundesfinanzministerium bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass die Abschaffung der Frist zu einem Rückgang der Steuereinnahmen um bis zu 40 % führen könnte.
Reaktionen aus dem In‑ und Ausland
Internationale Beobachter sehen in der deutschen Initiative einen Präzedenzfall: „Wenn Deutschland die Haltefrist eliminiert, setzen wir einen weltweiten Benchmark“, sagte ein Senior Analyst bei Bloomberg Markets, der anonym bleiben wollte. In den Niederlanden wird bereits über einen ähnlichen Schritt diskutiert, wobei der Finanzminister dort betonte, dass “Wettbewerbsfähigkeit nicht über Steuergerechtigkeit gestraft werden dürfe”. Zugleich warnte ein Vertreter des europäischen Krypto‑Verbands, dass “die regulatorische Fragmentierung das Vertrauen in digitale Märkte erschüttern” könnte.
Unternehmensvertreter aus der Krypto‑Branche äußerten Bedenken: „Unsere Modelle gehen von einer durchschnittlichen Haltefrist von 18 Monaten aus. Eine abrupte Änderung würde die Cash‑Flow‑Prognosen erheblich destabilisieren“, erklärte ein CFO eines führenden deutschen Krypto‑Asset‑Managers, der ebenfalls anonym bleiben wollte.
Ausblick
Die SPD plant, das Gesetz im nächsten Quartal dem Bundestag vorzulegen. Laut internen Berechnungen des Bundestagsfinanzkomitees könnte die Abschaffung der Haltedauer zu einem kurzfristigen Liquiditätsschub im Fiskus führen, langfristig jedoch das Investitionsklima für digitale Assets schwächen. Analysten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung prognostizieren, dass das Netto‑Verlust‑Potential für das Bruttostaatseinkommen bei 8‑10 Mrd. € liegen könnte, wenn keine Gegenmaßnahmen implementiert werden.
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