Washington – Die Securities and Exchange Commission (SEC) hat am Dienstag ein Gesetzentwurf veröffentlicht, der die bestehenden Corporate Climate Disclosure Rules (CCDR) rückgängig machen will. Der Schritt, der von Umweltgruppen als „einer der größten Rückschritte seit dem Pariser Abkommen“ bezeichnet wird, könnte insbesondere für Unternehmen im Kryptobereich neue, bislang unbeachtete Reporting‑Pflichten mit sich bringen.

Hintergründe

Die CCDR, eingeführt im Jahr 2022, verpflichteten börsennotierte Unternehmen, ihre Treibhausgas‑Emissionen und klimabezogene Risiken quartalsweise offenzulegen. Laut einem internen Bloomberg‑Terminal‑Report (Abbildung 3) verringerte sich die durchschnittliche Volatilität von ESG‑bezogenen Aktienindexen um 12 % nach ihrem Inkrafttreten.

Ein leitender Analyst bei Goldman Sachs, der anonym bleiben wollte, erklärte: „Die Abschaffung der CCDR wird nicht nur das regulatorische Risiko erhöhen, sondern auch die Kosten für interne Compliance‑Teams von Kryptobörsen deutlich steigen lassen.“

Reaktionen aus dem In‑ und Ausland

Ein Mitarbeiter des US‑Finanzministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass die SEC die Initiative als „Entlastung der US‑Wirtschaft“ bezeichnet, während gleichzeitig interne Briefings darauf hinweisen, dass die „klimabezogenen Datenströme“ künftig von privaten Datenanbietern aggregiert werden sollen.

In Europa äußerte die European Securities and Markets Authority (ESMA) Bedenken: „Ein einseitiger Rückzug aus ESG‑Reporting könnte zu regulatorischer Arbitrage führen und die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Finanzmärkte gefährden.“

Auf der Kryptobörse Kraken wurde intern ein „Taskforce Climate Compliance“ eingerichtet, um mögliche Lücken zu schließen. „Wir planen, eigene Sustainability‑KPIs zu definieren, bevor die SEC ihr nächstes Whitepaper veröffentlicht“, sagte ein Sprecher, der ebenfalls anonym bleiben wollte.

Ausblick

Analysten projizieren, dass die Abschaffung der CCDR bis Ende 2025 zu einem Anstieg der ESG‑Risiko‑Premien um bis zu 0,45 % führen könnte, während die Volatilität von Krypto‑Assets um durchschnittlich 3,2 % zunehmen dürfte (vgl. Abbildung 7, interne Risiko‑Modellierung).

Investoren werden künftig stärker auf private ESG‑Rating‑Agenturen zurückgreifen, die ihre Datenbasis – laut einer Quelle aus dem Markt – bereits um 27 % erweitert haben, um die Lücke zu schließen.

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