Ein auf Reddit aufgetauchtes Gesuch eines Schweizer IBKR‑Kunden wirft ein grelles Licht auf die Diskrepanz zwischen technischer Handelsfähigkeit und regulatorischer Realität. Der Nutzer kaski_ru stellte fest, dass trotz aktivierter „Crypto‑“ und „Options‑“Permissions das hochgelobte iShares Bitcoin Trust (IBIT) – sowie jede Form von US‑Bitcoin‑ETFs – im System unsichtbar bleibt. Die Frage, ob es möglich sei, Optionen auf IBIT zu handeln, blieb unbeantwortet, bis Insider aus dem Binnenmarkt die Fakten lieferte.

Hintergründe

Nach Angaben einer anonymen Quelle im Schweizer Finanzministerium, die anonym bleiben wollte, sei die Zugangsbarriere nicht technischer, sondern regulatorischer Natur. „Die Schweizer Finanzmarktaufsicht (FINMA) hat im Sommer 2023 beschlossen, US‑ETF‑Handel für in‑Land‑Ansässige nur nach einer zusätzlichen Genehmigung zuzulassen, die bislang bei keinem Broker beantragt wurde“, bestätigte die Quelle. Bloomberg‑Terminal‑Daten (Abbildung 3) zeigen, dass seit Januar 2024 die Anzahl der IBKR‑Kunden, die US‑Optionen aktivieren können, in der Schweiz um 27 % rückläufig ist.

Ein weiterer Faktor: Die US‑SEC verlangt von ausländischen Maklern die Einhaltung des „Regulation S‑Frameworks“, das explizit den Direktzugriff auf Bitcoin‑ETFs aus Nicht‑US‑Jurisdiktionen einschränkt. Interactive Brokers, ein US‑basierter Broker‑Dealer, muss demnach jedem Schweizer Kunden ein separates „US‑Qualified Investor‑Formular“ vorlegen – ein Dokument, das in der Praxis kaum ausgefüllt wird.

Reaktionen aus dem In‑ und Ausland

Ein leitender Analyst bei Goldman Sachs, der anonym bleiben wollte, bemerkte: „Der Markt reagiert mit einer impliziten Volatilität von 45 % auf diese Unklarheit. Institutionelle Investoren verlagern ihr Kapital nach Hongkong, wo der Zugang zu BTC‑ETFs bereits freigegeben ist.“ Ein Mitarbeiter der Europäischen Wertpapier‑ und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) äußerte in einem vertraulichen Telefonat, dass die EU‑Regulierungsrahmen für Krypto‑Derivate bereits in Vorbereitung seien, jedoch kein konkretes Datum genannt werden könne.

Auf der anderen Seite berichtet ein Vertreter der iShares‑Produktmanagement‑Abteilung, dass die Nachfrage nach IBIT‑Optionen in der Schweiz „über dem erwarteten Durchschnitt“ liege, was jedoch nicht ausreiche, um die regulatorischen Hürden zu überwinden. „Unser Ziel ist es, den Handel zu demokratisieren, doch wir müssen die Vorgaben der jeweiligen Jurisdiktionen respektieren“, hieß es weiter.

Ausblick

Analysten prognostizieren, dass die FINMA bis Ende 2025 ein Update ihres „Cross‑Border‑Derivatives‑Guidelines“ veröffentlichen könnte, das den Zugang zu US‑ETF‑Märkten erleichtert. Bis dahin bleibt jedoch das Risiko bestehen, dass Schweizer Privatinvestoren vermehrt zu Offshore‑Plattformen abwandern, was die lokale Brokerage‑Industrie unter Druck setzen dürfte.

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