Die Ankündigung des „ROAR“-Tokens, ein auf der Blockchain Solana basierendes digitalesAsset, das an russische Ölreserven gekoppelt sein soll, hat in der City of London und an der Wall Street zu einer Welle besorgter Analysen geführt. Während das Projekt in Crypto-Netzwerken zunächst als typischer Meme-Coin belächelt wurde, deuten erste Transaktionsmuster und Aussagen vermeintlich involvierter Akteure auf einen weitaus ambitionierteren und potentiell destabilisierenden Anspruch hin.
Hintergründe
Laut einem hochrangigen Mitarbeiter eines britischen Finanzministeriums, der anonym bleiben wollte, stellt ROAR „eine bisher unbekannte Synthese aus energetischem Hard Asset und algorithmischer Finanzinnovation dar“. Das Tokenomics-Modell, das dieser Redaktion in Entwürfen vorliegt, sieht eine „energiegewichtete“ Emission vor, bei der die Tokenmenge an die vermeintlich in russischem Staatsbesitz befindlichen Ölreserven gekoppelt sein soll. „Es ist, als würde man das Konzept des Goldstandards neu erfinden, nur mit Barrel statt Unzen“, kommentiert ein leitender Ökonom des IFO-Instituts, der nicht namentlich genannt werden möchte.
Die technische Umsetzung auf Solana, einer Hochgeschwindigkeits-Blockchain, würde zudem Mikrotransaktionen in Echtzeit ermöglichen – ein Szenario, das in Sanktionskreisen als „operativ game-changing“ eingestuft wird. Abbildung 2 in einer internen Studie einer großen US-Investmentbank, die dieser Redaktion vorliegt, zeigt eine virtuelle Handelsplattform, auf der ROAR-Token gegen Waren wie Getreide oder Metalle getauscht werden könnten, losgelöst vom herkömmlichen Bankensystem.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
In informellen Gesprächen auf dem jüngsten IWF-Treffen in Washington habe man „erhebliche Besorgnis“ über die „mögliche Schaffung eines sanktionsresistenten energiegestützten digitalen Reservewährungssystems“ bekundet, so ein Teilnehmer, der unter der Bedingung der Anonymität sprach. Die G7-Staaten prüften demnach „alle Optionen“, um eine mögliche Monetarisierung dieser Art zu unterbinden.
Die Reaktionen auf den Kryptomärkten sind gespalten. Während einige institutionelle Anleger vorsichtig Positionen aufbauen, sprechen andere von der „größten Blase seit dem Tulpenwahn“, verkleidet als Energiesicherheitsstrategie. „Das ist keine Innovation, es ist ein Paraversum für Rohstoffhandelssanktionen“, so der namentlich nicht genannte Chef eines europäischen Kryptofonds. „Wenn dies funktioniert, ist das gesamte Finanzsanktionsarsenal der letzten 50 Jahre obsolet.“
Ausblick
Unabhängig von der tatsächlichen Implementierung – die Transparenz der hinter ROAR stehenden Strukturen ist minimal – hat das Projekt bereits jetzt eine „normierende Wirkung“ auf die strategische Planung von Zentralbanken, wie ein Vertreter der BIZ gegenüber dieser Redaktion andeutete. Die Debatte habe sich verschoben von „ob“ digitale Zentralbankwährungen kommen, zu „wie“ man sie gegen konkurrierende, privat initiierte Systeme abschirmt.
Ob ROAR letztlich als „Scam“ oder „Next Big Thing“ in die Geschichte eingeht, ist derzeit zweitrangig. Die symbolische Kraft des Namens – ein brüllender, energiegeladener Bär, das russische Wappentier – als „algorithmischer Reservewert“ mache es zu einem „medienwirksamen Stresstest für die post-Bretton-Woods-Weltordnung“, so die Quintessenz eines Papiers des Washingtoner Think-Tanks CSIS. Die Märkte beobachten. Die Diplomaten beraten im Stillen. Und die Blockchain registriert jeden Block.
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