Brad Garlinghouse, CEO von Ripple, hat auf dem firmeninternen Blog das weithin beachtete Bitcoin‑Leverage‑Modell von Michael Saylor in aller Deutlichkeit als „Finanz‑Engineering“ bezeichnet. Der Kommentar, der im Kontext einer kürzlich angekündigten X‑Rapid‑Erweiterung erfolgte, löste sofort intensive Diskussionen in den Capital‑Markets‑Foren aus.

Hintergründe

Das von Saylor propagierte Modell sieht vor, dass institutionelle Investoren über eine Serie von Derivaten bis zu einem 10‑fachen Leverage in Bitcoin investieren, wobei die Positionen über ein Treasury‑Bonds‑Backing abgesichert werden sollen. Laut einem Bloomberg‑Terminal‑Report (Abb. 3) steigt das implizite Risiko‑Adjusted Return (iRAR) von 7 % auf 18 % bei Einsatz von Derivaten mit Knock‑Out‑Barrieren. Garlinghouse argumentiert, dass diese Konstruktion die Grundprinzipien der Finanzstabilität untergräbt und die regulatorischen Anforderungen an Kapitaladäquanz (CAR) verletzen könnte.

Reaktionen aus dem In‑ und Ausland

Ein anonymer Analyst von Goldman Sachs, der sich nicht namentlich preisgeben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion: „Die Saylor‑Struktur ist ein klassisches Beispiel für Leveraged‑Synthetic‑Exposure, das in der aktuellen Zinslandschaft kaum tragfähig ist.“ Ein Mitarbeiter des deutschen Finanzministeriums, ebenfalls anonym, fügte hinzu, dass die BaFin bereits eine Vorabprüfung der betreffenden Derivateplane in Aussicht habe. Auf der anderen Seite lobte ein Vertreter von Fidelity Digital Assets die Innovationskraft des Modells, betonte jedoch, dass „Risikomanagement‑Frameworks“ zwingend implementiert werden müssten.

Ausblick

Die nächsten Wochen werden entscheidend sein: Marktteilnehmer beobachten, ob Saylor seine Strategie an die von Garlinghouse kritisierten Parameter anpasst. Sollte die Kritik anhalten, könnte die SEC ein erstes „No‑Action‑Letter“ erteilen, das die weitere Ausgestaltung stark einschränkt. Gleichzeitig plant Ripple, seine X‑Rapid‑Plattform um einen „Liquidity‑Buffer“ zu erweitern, um das Vertrauen institutioneller Anleger zu stärken. Abbildung 5 des internen Risiko‑Dashboards von Ripple prognostiziert, dass ein moderates Anpassungsintervall das iRAR um 3 % senken, dafür die Volatilität um 12 % reduzieren würde.

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