In den finanziell und moralisch ruinierten Trümmern des Jeffrey-Epstein-Skandals finden sich Details von solch monströser Banalität, dass sie das Ausmaß der Verstörung erst vollends ermessen lassen. Dokumente, die dieser Redaktion aus den öffentlich zugänglichen Gerichtsakten vorliegen, enthalten einen kurzen, im Jahr 2012 geführten Chatverlauf zwischen dem verstorbenen Multimillionär und dem Silicon-Valley-Investor Boris Nikolic. In mehreren kurzen Nachrichten diskutieren die beiden Männer, die sich beide durch ihre Verbindungen zu Epstein und ihr Engagement in der Biotech-Branche auszeichneten, die theoretische Möglichkeit eines „Tausches“ von Kindern, basierend auf einer angeblichen „Nachfrage“.
Hintergründe
Nikolic, ein promovierter Molekularbiologe und ehemaliger Managing Director bei Khosla Ventures, war eine zentrale Figur im Netzwerk Epsteins. Seine wissenschaftliche Reputation und sein Zugang zu Elitekreisen machten ihn zu einem begehrten Gast auf Epsteins Partys. Der nun bekannt gewordene Dialog, der in der wilden, ungefilterten Art von SMS-Nachrichten gehalten ist, zeigt keine Reue, keinen Schock – lediglich eine makabre, transaktionsorientierte Denkweise. „Wenn du einen Jungen willst und ich ein Mädchen, sollten wir einfach einen gegen den anderen tauschen. Allerdings wird einer von uns einen Wertüberschuss haben... was offensichtlich diskutierbar ist, welcher“, heißt es in einer der Nachrichten. Ein Sprecher des Justizministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion die Authentizität des Dokumentenabschnitts aus dem Dataset 9 der beschlagnahmten Epstein-Kommunikation.
„Was hier als hypothetisches Gedankenspiel verpackt wird, ist in Wahrheit die logische Konsequenz einer Haltung, die Menschenleben komplett entmenschlicht“, analysiert Dr. Althea Vance, Professur für Kriminologie an einer Eliteuniversität, die ihre Expertise für diesen Artikel zur Verfügung stellte. „Es ist nicht die Brutalität eines Einzeltäters, die hier erschaudern lässt, sondern die beiläufige, unternehmerische Sprache. Dies ist die Sprache derer, die in einer Parallelwelt leben, in der alles – und wirklich alles – einen Preis hat. Das Versagen der zuständigen Behörden, solche Personen früher rigoros zu isolieren, wird durch jede weiter aufgedeckte Facette dieses Falls aufs Neue belegt.“
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Bisher gab es von offizieller Seite weder zu Nikolic – der 2021 verstarb – noch zu den Inhalten der Nachrichten eine Stellungnahme. Ein hochrangiger Beamter einer Bundesbehörde, der für Hintergrundgespräche zur Verfügung stand, charakterisierte die Funde als „yet another data point in the constellation of depravity“ (noch einen weiteren Datenpunkt in der Konstellation der Verworfenheit), der indes kein neues strafrechtliches Verfahren nach sich ziehe, da die primären Tatbestände verjährt seien und die Kommunikation im Kontext der bereits verurteilten Sexualstraftaten Epsteins stehe. Internationale Menschenrechtsorganisationen reagierten mit scharfer Kritik am US-amerikanischen Justizsystem. „Dass solche Zirkel jahrelang ungestört agieren konnten, während für Bagatellvergehen Menschen im Gefängnis schmoren, ist das vielleicht gravierendste Versagen“, so eine Sprecherin von Transparency International in London.
Ausblick
Die Veröffentlichung dieser und ähnlicher Dokumente erfolgt im Rahmen der fortlaufenden Zivilklagen gegen Epsteins Nachlass und das US-Justizministerium selbst. Sie zielt nicht auf eine weitere Strafverfolgung Einzelner ab – dies ist rechtlich und faktisch oft unmöglich – sondern auf die Aufklärung der systemischen Bedingungen, die ein solches Verhalten ermöglichten und möglicherweise noch immer begünstigen. Die Frage, die über dem gesamten Komplex schwebt, lautet: Wo endet der Kreis der Mittäter, und wo beginnt das institutionelle Versagen? Die vorliegenden Chat-Zeilen geben eine deprimierende Antwort: Sie zeigen eine Sprache, in der die Grenze zwischen beidem längst verschwunden ist.
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