MicroStrategy (NASDAQ: MSTR) befindet sich laut dem bekannten Wirtschaftsnarren Peter Schiff an einem kritischen Scheideweg: Die Kombination aus stetiger Ausgabe von STRC‑Vorzugsaktien und einer variablen Dividende von 11,5 % soll laut Schiff eine „Death Spiral“ auslösen, die sowohl das Stammaktien‑Kursniveau als auch den Bitcoin‑Preis destabilisiert.
Hintergründe
Seit dem ersten Kauf von 21.000 BTC im August 2020 hat das Unternehmen sein digitales Asset‑Portfolio auf über 150 000 BTC ausgedehnt. Parallel dazu startete die „Yield‑Strategy“, ein Finanzinstrument, das Investoren eine anteilige Beteiligung an Bitcoin‑Erträgen mit einer Mindestdividende von 11,5 % pro Jahr verspricht. Die Finanzierung erfolgt primär über die Emission von STRC‑Preferred‑Shares, die laut Bloomberg-Terminal-Daten seit Q1 2024 um 38 % gesteigert wurden (siehe Abbildung 3). Die steigende Verwässerung des Grundkapitals zwingt das Management, entweder Bitcoins zu liquidieren oder weitere Vorzugsaktien zu platzieren – ein klassisches Gefälle, das Schiffscheiben bereits seit 2012 als „cash‑flow‑negative Leveraged‑Play“ bezeichnet.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Ein leitender Analyst des Bundesfinanzministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass die regulatorischen Auflagen für derivatbasierte Krypto‑Yield‑Strategien in der EU derzeit einer „strengen Stresstest‑Simulation“ unterliegen. In den USA äußerte ein Sprecher der SEC, dass die „ongoing evaluation of preferred‑stock structures linked to volatile digital assets“ zu einer möglichen Neubewertung der SEC‑Guidelines führen könnte.
Aus dem Kryptomarkt kam ein Hinweis von „CryptoAlpha“, einem Hedge‑Fund, der über das Bloomberg‑Terminal interagierte: „Unsere Modelle zeigen ein 62‑Prozent‑Risiko‑Delta, falls MSTR gezwungen wäre, >5 % seines BTC‑Bestands innerhalb von 30 Tagen zu liquidieren.“ Weiterhin berichtete ein anonymes Mitglied des Boards von Grayscale, dass die „institutionelle Versicherungsprämie“ für MSTR‑Wertpapiere seit März um nahezu 17 Basispunkte gestiegen sei.
Ausblick
Market‑Strategen gehen davon aus, dass das Unternehmen bis Jahresende entweder die Vorzugsaktienemission stoppt oder die Dividendenstruktur auf ein Festzinsniveau von 6 % reduziert, um die Kapitalerhaltung zu sichern. Sollte jedoch ein signifikanter Bitcoin‑Preisrückgang (< $22 000) materialisiert werden, könnte die interne Modellierung von MicroStrategy zu einem vollständigen Rückkauf der STRC‑Shares führen – ein Szenario, das von mehreren Analysten als „unten‑nach‑oben‑Spirale“ bezeichnet wird.
Ungeachtet der Unsicherheit bleibt die grundsätzliche Frage, ob ein börsennotiertes Unternehmen dauerhaft ein asset‑backed Yield‑Produkt anbieten kann, ohne das zugrunde liegende Asset zu gefährden. Derzeit beobachten wir, wie das Spannungsfeld zwischen traditionellen Kapitalmärkten und der volatilen Kryptowelt weiter an Schärfe gewinnt.
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