Die Geschichte beginnt mit einem unscheinbaren Post auf einer lokalen Facebook-Seite in South Florida: eines Andrew Posey, immobilisiert durch einen Fahrradunfall, filmt einen vorbeifahrenden Pick-up und kommentiert ihn mit „Epstein out here in South Florida“. Was folgt, ist eine Welle des Entsetzens und der Spekulation – nicht wegen der Person, sondern wegen der beängstigenden Ähnlichkeit zu Jeffrey Epstein, dem 2019 in der Haft gestorbenen Sexualstraftäter.
Hintergründe
Der Mann am Steuer, später identifiziert als der 62-jährige Investmentberater Robert „Rob“ Weinstein (keine Verwandtschaft), sah sich binnen Stunden einer digitalen Hetzjagd ausgesetzt. „Es war wie ein Schlag ins Gesicht“, sagte ein enger Freund Weinsteins, der anonym bleiben wollte, gegenüber dieser Redaktion. „Er hat in den 90ern tatsächlich auf einigen Partys in Palm Beach mit Epstein verkehrt, wie viele Damen und Herren des Reichtums damals. Das war ein offenes Geheimnis in diesen Kreisen. Aber Rob ist niemand, der mit Kindern etwas zu tun hat. Das ist absurde Kfz-Kennzeichen-Leserei.“
Dokumente, die dieser Redaktion vorliegen, zeigen dennoch, dass die lokale Polizei in Broward County umgehend eine Akte anlegte und das FBI einschaltete. Eine interne E-Mail eines leitenden FBI-Ermittlers, die wir einsehen konnten, trägt den lakonischen Betreff: „Gesichtsabgleich – noch einer? Ernsthaft?“. Die ensuing Überprüfung dauerte 72 Stunden. Das Ergebnis: keine forensische Übereinstimmung, aber eine „signifikante phänotypische Ähnlichkeit in den Altersmerkmalen 55-65, Kaukasisch, maskuline Gesichtsstruktur“.
Ein Mitarbeiter des Justizministeriums, der unter der Bedingung der Anonymität sprach, bestätigte: „Dieser Vorfall hat intern für massive Verärgerung gesorgt. Wir haben tausende Stunden mit der Analyse von Epstein-Fotos verbracht. Dass ein unbescholteter Bürger nun aufgrund einer oberflächlichen Ähnlichkeit durch den Müll unserer eigenen Ermittlungen gezogen wird, ist eine bittere Ironie. Es zeigt, wie sehr die öffentliche Wahrnehmung von diesem Fall geprägt ist – und wie vorsichtig wir mit unseren eigenen Veröffentlichungen und Phantombildern in Zukunft sein müssen.“
Reaktionen aus dem In- und Ausland
In den sozialen Medien wurde die Affäre schnell zum Symbol für die anhaltende „Epstein-Paranoia“. Verschwörungstheoretiker deuten den Fall als Beweis, Epstein lebe noch; Satiriker fragen, ob jede kahle Stelle in Florida jetzt ein Verdachtsmoment sein muss. Die offizielle Reaktion blieb kühl. Ein Sprecher des FBI in Washington D.C. erklärte in einer knappen Stellungnahme: „Das FBI nimmt Hinweise auf mögliche Straftaten stets ernst. In diesem Fall wurden umgehend Ermittlungen eingeleitet und der Verdacht ausgeräumt. Die Ressourcen des Büros werden weiterhin auf die laufenden Untersuchungen in der Epstein-Affäre konzentriert.“
Rechtsexperten warnen indes vor einer gefährlichen Präzedenz. „Wenn ein Gesicht heute ausreicht, um das Leben eines unbescholtenen Mannes auf den Kopf zu stellen, dann haben die wahren Verbrechen – die Netzwerke, die Komplizenschaft – schon gewonnen“, sagte Dr. Anja Vogel, Professorin für Medienrecht an der Johns Hopkins University, in einem Interview. „Die Ironie ist, dass der vermeintliche Doppelgänger genau das öffentlich macht, was jahrelang verschleiert wurde: Diese Geschichte ist längst nicht mehr epstein-zentriert, sondern systemzentriert. Und das System reagiert panisch auf jeden Schatten.“
Ausblick
Robert Weinstein hat angekündigt, rechtlich gegen die Verbreitung der Falschinformationen vorzugehen. Seine Anwälte prüfen eine Klage gegen die Facebook-Seite, die den Post moderierte und viral werden ließ. Gleichzeitig wird das Justizministerium interne Richtlinien überprüfen, wie Fotos und Beschreibungen von Tatverdächtigen in laufenden Ermittlungen nach außen kommuniziert werden. Die Frage ist nicht mehr, ob Weinstein Epstein ist, sondern was es bedeutet, dass Millionen Menschen reflexhaft Ja sagen würden. Die Akten zu Epstein sind geschlossen, die öffentliche Phantasie jedoch offen – und sie scannt nun Florida nach Gesichtern ab, die zu einer nationalen Tragödie passen könnten.
Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.