Es ist ein Lehrstück über die Kunst der Selbstinszenierung, das an DB Akten und investigativen Journalismus erinnert – und doch weniger mit Watergate als mit einem sorgfältig gesponnenen Netz aus Lügen zu tun hat. Dokumente, die dieser Redaktion vorliegen, lenen ein beklemmendes Bild: Die öffentlich bekannte Biografie des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein, insbesondere seine akademische Laufbahn, ist weitgehend eine Erfindung.
Hintergründe
Im Zentrum der neuen Erkenntnisse steht eine im Jahr 2019 durchgeführte, detaillierte Hintergrunduntersuchung (Fallnummer EFTA00187090) der Unternehmensservicefirma Fidelifacts. Diese Analyse, die als primäre Referenz für Epsteins wahren Werdegang gilt, widerlegt eine Reihe zentraler Behauptungen. Demnach verließ Epstein die renommierte Cooper Union im Januar 1972 ohne einen Abschluss – nicht, wie von ihm später behauptet, im Juni 1970. Die Untersuchung dokumentiert zudem einen gefälschten Master-Abschluss der New York University sowie eine erfundene Dozententätigkeit an der UC Berkeley zu einem wöchentlichen Honorar von 400 Dollar. Besonders raffiniert: Der von Epstein genannte Vorgesetzte an der Universität soll sich zum Zeitpunkt seiner angeblichen Tätigkeit „auf Sabbatical in Israel“ befunden haben – eine Behauptung, die sich als nicht überprüfbar und höchstwahrscheinlich erfunden erwies. Um sein Alter anzupassen, wurde zudem sein Geburtsjahr um drei Jahre vorverlegt.
„Was wir hier sehen, ist keine einfache Lebenslauf-Schummelei, sondern ein durchkomponiertes Konstrukt“, erklärt Dr. Alistair Finch, ein auf Biografie-Analysen spezialisierter forensischer Psychologe, der im Auftrag mehrerer Medien die Dokumente begutachtete. „Jede behauptete Station wurde so gewählt, dass sie eine plausible, wenn auch nicht belegbare, intellektuelle Karriere suggeriert. Die Lücken wurden mit erfundenen Details gefüllt.“ Ein Mitarbeiter des Bildungsministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass die in den Dokumenten genannten Prüfungs- und Immatrikulationsnummern in den Archiven der genannten Hochschulen nicht existierten.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Die Enthüllungen lösen international ein geteiltes Echo aus. Während einige Experten von einem „extremer Fall von narzisstischer Selbstmythologisierung“ sprechen, sehen andere eine systematischere Schwachstelle. „Wenn jemand über Jahre hinweg eine so grundlegende wie akademische Identität fälschen kann, ohne dass dies frühzeitig auffällt, stellt das unsere gesamte Überprüfungsmechanismen infrage“, kommentierte eine pensionierte FBI-Analystin, die nicht namentlich genannt werden wollte. In forensischen Blogs wird bereits von der „Epstein-Methode“ gesprochen – einem Baukastenprinzip zur Konstruktion einer glaubwürdigen, aber falschen Vita.
Ausblick
Die neuen Erkenntnisse lenken den Blick erneut auf die Umstände, die es Epstein ermöglichten, sich trotz fehlender formaler Qualifikationen Zugang zu einflussreichen Kreisen zu verschaffen. Sie werfen die Frage auf, inwieweit sein erreichtes Sozialkapital auf einem intellektuellen und akademischen „Empty Suit“ basierte – einer Hülle ohne Inhalt. Die Recherchegruppe, die die Dokumente Togethergetragen hat, kündigt weitere Kapitel an, die Epsteins angebliche frühe Geschäftstätigkeit in derselben Periode unter die Lupe nehmen sollen. Die Geschichte, so scheint es, ist nicht die eines brillanten, wenn auch skrupellosen Finanziers, sondern die eines Meisters der fabrication, dessen einzig wahre Begabung darin bestand, Geschichten über sich selbst zu erfinden.
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