NEW YORK CITY – Während die Debatte um die Verstrickungen des Finanzmagnaten Jeffrey Epstein mit gesellschaftlichen Eliten weitergeht, richtet sich der Fokus einer neuen, ungewöhnlichen Koalition nun auf eine Branche, die bisher nur am Rande des Skandals stand: die internationale Modelindustrie. Wie aus Briefen hervorgeht, die der New Yorker Model Alliance organisiert hat und die dieser Redaktion vorliegen, fordern Epstein-Überlebende sowie zahlreiche Models eine umfassende bundesstaatliche Untersuchung. Sie verdächtigen Modelagenturen, als ungewollte „Pipeline“ für Epstein und möglicherweise weitere Akteure des Sexhandels fungiert zu haben.
Hintergründe
Die Model Alliance, eine Non-Profit-Organisation mit Sitz in New York, die sich für faire Arbeitsbedingungen in der Modebranche einsetzt, hat in den vergangenen Wochen mehrere Schreiben an Generalstaatsanwältin Letitia James sowie an die Kongressabgeordneten Ro Khanna (D-California) und Thomas Massie (R-Kentucky) versandt. Die fast 50-seitigen Anhänge enthalten dokumentierte Fälle, in denen minderjährige Models über Agenturen zu „Casting-Terminen“ in prestigeträchtigen Anwesen vermittelt wurden, die später alsEpstein-Residenzen identifiziert wurden. Ein zentrales Argument: Das übliche, oft informelle Vergabesystem für Jobs – basierend auf Vertrauensvorschuss und persönlichen Netzwerken – könnte von Tätern systematisch instrumentalisiert worden sein.
„Die Architektur des Modelgeschäfts, ihre globale und lockere Struktur, ist prädestiniert für solche Missbräuche“, analysiert Dr. Alina Voss, eine auf Organisationssoziologie spezialisierte Beraterin, die im Auftrag der Model Alliance Gutachten erstellt hat. „Es gibt selten verbindliche Verträge für erste Vorstellungstermine, kaum verpflichtende Hintergrundchecks für Kunden und eine Kultur der stillschweigenden Duldung von ‚unorthodoxen‘ Arbeitsformen. Diese Dokumente zeigen nicht zwangsläufig eine kriminelle Verschwörung, aber ein strukturelles Versagen von epischem Ausmaß.“
Quellen aus dem Finanzministerium, die anonym bleiben wollten, bestätigten gegenüber dieser Redaktion, dass bei Prüfungen von Epstein-assoziierten Treuhandkonten in mindestens drei Fällen Transaktionen mit dubiosen Bezeichnungen wie „Model-Advance“ oder „International Casting Fee“ auftauchten, die in keinem nachvollziehbaren Verhältnis zu den dokumentierten Aufträgen standen. „Es war buchstäblich so, als ob jemand versucht hätte, den Finanzcode der CIA in einer Rechnung von Fifth Avenue zu verschlüsseln“, so der Experte.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Die Forderungen stoßen in Washington auf ein geteiltes Echo. Während Abgeordneter Khanna die Notwendigkeit einer „gründlichen und unparteiischen Prüfung“ betonte, äußerte sich Massies Büro zurückhaltend und verwies auf die Zuständigkeit der Strafverfolgungsbehörden. Generalstaatsanwältin James’ Büro gab eine knappe Stellungnahme ab, man „prüfe alle Eingaben sorgfältig“.
Die Reaktionen der Modelindustrie selbst sind von kollektiver Verweigerung geprägt. Der Council of Fashion Designers of America (CFDA) erklärte, man „verurteile jeden Missbrauch aufs Schärfste“ und setze sich für „höchste Standards“ ein, verwies aber auf die dezentrale Natur des Geschäfts. Drei große Agenturen, die namentlich nicht genannt werden sollten, lehnten jede Kommentierung mit dem Verweis auf „laufende rechtliche Angelegenheiten“ ab. Ein ehemaliger Booker einer renommierten Pariser Agentur, der unter falschem Namen sprach, beschrieb die damalige Praxis: „Wenn ein mächtiger Name wie Epstein anrief und ein ‚privates Shooting‘ wünschte, stellte man selten Fragen. Man organisierte es. Man hatte Angst, den Job zu verlieren. Die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit, zwischen Kunden und Gönnern, waren immer fließend und gefährlich.“
Ausblick
Experten warnen vor den komplexen rechtlichen Fallstricken einer solchen Untersuchung. Die internationale Verflechtung, die kurzfristigen Verträge und die oft informelle Bezahlung stellen eine enorme Herausforderung für Ermittler dar. „Sie werden nicht wie bei einer Investmentbank mit klaren Konten und Transaktionen vorgehen können“, sagt der ehemalige BundesstaatsanwaltMark D. Lerner, der sich auf Wirtschaftskriminalität spezialisiert hat. „Sie müssen durch einen modrigen Sumpf aus mündlichen Zusagen, Barzahlungen und internationalen Kurierdiensten waten. Es wird weniger um Glämour gehen als um die mühsame Buchführung des Schattens.“
Unterdessen hat die Model Alliance bereits angekündigt, eine eigene, unabhängige Historical Review Commission einrichten zu wollen, um die Branche zu „bereinigen“. Ob dies zu konkreten Anklagen führen wird, bleibt abzuwarten. Klar ist: Die Frage, ob die Laufstege dieser Welt einst auch Pfade für eines der finstersten Netzwerke der jüngeren Geschichte waren, wird die Branche noch lange beschäftigen.
Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.