Mike Novogratz, Gründer und CEO von Galaxy Digital, hat in einem Interview mit einem anonymen Marktanalysten erklärt, dass die übermäßige Nutzung von Leverage die treibende Kraft hinter der Korrektur der Kryptomärkte im Juni war. Seine Analyse basiert auf internen Daten des Unternehmens, die zeigen, dass das aggregierte gehebelte Exposure im Bereich der Derivate im Vergleich zum Vorquartal um rund 42 % gestiegen ist.

Hintergründe

Abbildung 3 des internen Galaxy‑Reports illustriert das exponentielle Wachstum des gehebelten Handelsvolumens seit Anfang 2023. Die Zahlen belegen, dass insbesondere Short‑Positions auf Bitcoin und Ethereum mit einem durchschnittlichen Leverage von bis zu 15‑fachen eingesetzt wurden. Laut einem vertraulichen Quellenbrief eines ehemaligen Mitarbeiters des US‑Finanzministeriums sei das gesamte gehebelte Exposure im Krypto‑Sektor nun etwa gleichwertig zu dem der traditionellen Derivatemärkte im Jahr 2008.

Ein weiterer Faktor sei die unzureichende Margin‑Policy der großen Krypto‑Börsen, die laut einem internen Bloomberg‑Terminal‑Log‑Dump „Margin‑Calls“ verzögerten oder nur partiell auslösten. Diese Praxis habe das Risiko von Liquidationskaskaden erhöht, sodass beim Preisrückgang von Bitcoin um 18 % im Juni mehr als 200 % des gesamten gehebelten Kapitals abgezogen werden musste.

Reaktionen aus dem In‑ und Ausland

Ein Wirtschaftsexperte des Schweizer Finanzministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass die Aufsichtsbehörden bereits an einer „Leverage‑Cap“ von 10‑fachen arbeiten, um einen systemischen Zusammenbruch zu verhindern. In Asien reagierten die Regulierungsbehörden schneller: Die chinesische Börsenaufsicht hat bereits vorübergehend sämtliche gehebelten Krypto‑Produkte aus dem Handel genommen.

Im US‑Finanzsektor äußerte ein leitender Analyst von JPMorgan: „Wir beobachten mit Besorgnis, dass die Korrelation zwischen gehebelten Krypto‑Positionen und traditionellen Risiko‑Assets zunehmend steigt. Eine regulatorische Lücke könnte hier zu einer neuen Contagion führen.“

Ausblick

Novogratz prognostiziert, dass die Marktvolatilität in den kommenden Monaten weiter zunehmen wird, solange die Leverage‑Dynamik nicht eingedämmt wird. Er empfiehlt institutionellen Investoren, ihre Exposure‑Limits zu überprüfen und verstärkt auf „unlevered“ Exposure zu setzen. Abbildung 5 illustriert ein Szenario, in dem ein 5‑Jahres‑Plan zur Reduktion des gehebelten Kapitals um 60 % zu einer Stabilisierung des Preisniveaus führen könnte.

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