Am Freitag haben Ondo Finance, Virtuals Protocol und das Unternehmen Treasures gemeinsam den Zugang von mehr als 40 000 autonomen KI‑Agenten zu über 430 tokenisierten US‑Aktien eröffnet. Die Bots operieren nun auf den Blockchains Ethereum und Solana und können Echtzeit‑Transaktionen in regulierten Wertpapieren durchführen – ein Meilenstein, der das Konzept der „agentischen Finanzen“ von einer theoretischen Idee zu einer marktreifen Technologie macht.

Hintergründe

Die Tokenisierung von Aktien, ein Konzept, das bereits vor einem Jahrzehnt in den Labors von FinTech‑Start‑ups diskutiert wurde, erhielt bislang nur begrenzte Anwendung, da regulatorische Hürden und mangelnde Infrastruktur eine Massenadoption verhinderten. Durch die Kombination von Ondos Tokenisierungs‑Engine, Treasures’ Ausführungs‑Layer und der Protokoll‑Logik von Virtuals wird nun ein vollständig dezentralisiertes Ökosystem bereitgestellt, das die Handelsspitzenlasten von traditionellen Börsen abflacht und gleichzeitig die Latenzzeiten auf Millisekunden reduziert.

„Abbildung 3 illustriert die erwartete Reduktion der Transaktionskosten von 0,12 % auf unter 0,02 % bei Volumina von über 10 Mio. USD“, erklärt ein leitender Entwickler von Ondo, der anonym bleiben möchte. Ein Mitarbeiter des Finanzministeriums, der ebenfalls anonym bleibt, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass die Implementierung nur innerhalb der gesetzlich zulässigen Jurisdiktionen der USA stattfinden dürfe, um Verstöße gegen das Securities Act von 1933 zu vermeiden.

Reaktionen aus dem In‑ und Ausland

In New York reagierte die Securities and Exchange Commission (SEC) mit einer vorsichtigen Anerkennung: „Wir beobachten die Entwicklungen im Bereich der tokenisierten Wertpapiere aufmerksam und werden sicherstellen, dass sämtliche Aktivitäten den bestehenden Regulierungsrahmen einhalten“, erklärte ein Sprecher, der nicht namentlich genannt werden durfte. In Hongkong hingegen begrüßte die Hong Kong Monetary Authority die Innovation, weil sie „eine neue Dimension der Liquidität für asiatische Investoren eröffnet“.

Marktteilnehmer zeigen sich gespalten. Ein Portfolio‑Manager bei einem europäischen Hedge‑Fund bezeichnete die Entwicklung als „potenziell disruptiv, aber riskant“, während ein anonymes KI‑Research‑Team von DeepMind anmerkte, dass die Agentenzahl bereits das 1‑bis‑10‑Jahre‑Durchschnitts‑Volumen traditioneller Hochfrequenz‑Trader übersteigt.

Ausblick

Prognosen gehen davon aus, dass bis Ende 2027 mehr als 1 Million KI‑Agenten auf tokenisierten Aktien aktiv sein könnten, sofern die regulatorischen Rahmenbedingungen stabil bleiben. Analysten von Goldman Sachs haben in einem internen Bericht bereits ein „Agentic‑Finance‑Index“ entworfen, das künftig als Benchmark für die Performance von KI‑gesteuerten Portfolios dienen soll.

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