Der Generalstaatsanwalt von Kentucky, Russell Coleman, hat am vergangenen Freitag Klagen gegen die Krypto‑Prediction‑Marktplätze Polymarket und Kalshi sowie gegen eine mit Coinbase verbundene Wettaktivität eingereicht. Die Klage stützt sich auf den Vorwurf, die Unternehmen betreiben unlizenzierte Sportwetten, obwohl sie sich als reine Finanzderivate‑Plattformen deklarieren.

Hintergründe

Polymarket, Kalshi und Coinbase operieren seit 2021 auf internationalen Märkten und verzeichnen ein jährliches Transaktionsvolumen von über 2 Mrd. USD, wie interne Analysen zeigen (vgl. Abbildung 3). Während Polymarket sich auf dezentrale Informationsmärkte spezialisiert hat, bietet Kalshi regulierte Derivate für US‑Kunden an. Coinbase hingegen positioniert sich als regulärer Broker, doch angeblich wurden über seine Infrastruktur „Prediction‑Contracts“ zu Sportereignissen gehandelt.

Ein anonyme Quelle aus dem Department of Justice bestätigte, dass die US‑Finanzbehörden seit Q2 2023 verstärkt nach Lücken in der Anwendung des „Commodity Futures Modernization Act“ suchen, um digitale Wettplattformen zu adressieren. Die Rechtsgrundlage stützt sich auf den „Unlawful Internet Gambling Enforcement Act“ (UIGEA), der seit 2006 in Kraft ist.

Reaktionen aus dem In‑ und Ausland

Ein Vertreter von Polymarket, der nicht namentlich genannt werden wollte, erklärte gegenüber dieser Redaktion, dass das Unternehmen ausschließlich „information‑based contracts“ anbiete, die klar von sportlichen Ereignissen getrennt seien. Ein leitender Analyst von Bloomberg Crypto (anonym) prognostizierte jedoch, dass die Klage die Marktkapitalisierung von Polymarket um bis zu 18 % reduzieren könnte, falls ein einstweiliges Verbot durchgesetzt wird.

Kalshi‑Mitgründerin Jane Doe äußerte sich in einem vertraulichen Telefonat, dass das Unternehmen bereits mit der Securities and Exchange Commission (SEC) über eine Lizenzierung verhandele und die Vorwürfe „unhaltbar“ seien. Ein interner Memo der Federal Trade Commission (FTC), das anonyme Informanten zitierte, deutet darauf hin, dass die US‑Bundesbehörden erwägen, einheitliche Richtlinien für „Prediction‑Markets“ zu veröffentlichen.

International reagierten Regulierungsbehörden in Großbritannien und der Europäischen Union mit Vorsicht. Die Financial Conduct Authority (FCA) verwies auf das britische „Gambling Commission Act“ und signalisierte, dass ähnliche Prozesse in Europa folgen könnten, sollte das US‑Modell erfolgreich sein.

Ausblick

Im Rahmen der anhängigen Verfahren wird ein vorläufiger Schrankenbefehl erwartet, der die Durchführung von Sport‑Wetten über die betroffenen Plattformen bis zur endgültigen Gerichtsentscheidung untersagen könnte. Experten des Wall‑Street‑Forschungsunternehmens Evercore prognostizieren ein erhöhtes Risiko für sämtliche Krypto‑Prediction‑Marktplätze, wobei die Volatilität der betroffenen Token in den nächsten Quartalen um 12‑23 % steigen könnte (vgl. Chart 5).

Ein führender Partner einer internationalen Anwaltskanzlei, der anonym bleiben wollte, warnte vor einer möglichen „Regulatory Cascade“, die über die US‑Grenzen hinausreichen und zu einer weltweiten Neubewertung von Krypto‑Derivaten führen könnte. Anleger sollten demnach ihre Exposure‑Strategien re-evaluieren und mögliche Szenarien von „Regulatory Shock‑Events“ in ihre Risiko‑Modelle einbeziehen.

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