WASHINGTON, D.C. – Dokumente, die dieser Redaktion vorliegen, legen ein déjà-vu der Bürokratie offen: Das Justizministerium (DOJ) hat jüngst ein FBI-Interviewprotokoll aus dem Jahr 2016 veröffentlicht, das im Zusammenhang mit Jeffrey Epstein steht. Was als Geste der Transparenz gefeiert werden sollte, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als weiteres Kapitel in der Chronik der Aktenvernichtung – oder, wie ein Insider sagt, der „selektivenSichtbarmachung“.

Hintergründe

Das 15-seitige Dokument, das auf dem offiziellen Portal des DOJ eingestellt wurde, handelt von einer Befragung einer Person, die sich als „Opfer“ Epsteins bezeichnete und im Jahr 2002Alter Ehemann des Finanzmagnaten traf. Der Kern des Protokolls ist weniger seine Inhalte als vielmehr sein physischer Zustand und der begleitende Verwaltungshintergrund. „Wir haben es mit einer copy-and-paste-Transparenz zu tun“, erklärt ein langjähriger Mitarbeiter des Justizministeriums, der anonym bleiben wollte, gegenüber Gates Of Memes. „Die Datei, die online ging, ist eine gescante Version mit fehlenden Seiten und handschriftlichen Notizen am Rand, die wie interne Vermerke aussehen. Es ist, als würde man ein zerrissenes Gemälde im Museum als vollständig ausstellen.“

Besondere Aufmerksamkeit erregt eine offensichtliche Lücke von drei Seiten unter der Rubrik „Weitere Ermittlungsschritte“. Die Nummerierung springt von S. 8 direkt zu S. 12. Ein hochrangiger FBI-Beamter, der nicht namentlich genannt werden wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass es „bei der Digitalisierung und Freigabe historischer Akten immer wieder zu technischen Diskrepanzen“ komme. „Die Integrität des Originals bleibt natürlich gewahrt. Das, was online ist, ist eine Repräsentation.“

Reaktionen aus dem In- und Ausland

In rechtspolitischen Kreisen stößt die erneute „Veröffentlichung“ auf ein geteiltes Echo. Ein Sprecher einer konservativen Interessengruppe, der sich als „besorgt über den Mangel an Vollständigkeit“ äußerte, sprach von einem „Trauerspiel der Bürokratie“. Gleichzeitig wies ein demokratischer Abgeordneter im Justizausschuss des Repräsentantenhauses, der nicht direkt zitiert werden wollte, darauf hin, dass „die wiederholten Versprechen von vollständiger Offenlegung und die wiederholten Beweise für unvollständige Veröffentlichungen ein Muster bilden, das das Vertrauen in Bundesbehörden untergräbt“.

Die internationale Beobachtung ist nicht weniger skeptisch. Ein Parlamentarier aus dem Vereinigten Königreich, der sich mit den US-Ermittlungen befasste, kommentierte trocken: „Wir lernen hier eine neue Form der Transparenz kennen: die Transparenz der Löcher. Man kann zwar sehen, wo etwas fehlt, aber nicht, was genau fehlt. Es ist die administrative Version eines stumpfen Bleistifts.“

Ausblick

Das DOJ kündigte in einer knappen Stellungnahme an, „kontinuierlich weitere archivierte Materialien im Einklang mit dem Gesetz und den richterlichen Anordnungen“ zu prüfen und freizugeben. Die Frage, ob die jetzt veröffentlichte Datei – mit ihren offensichtlichen Lücken – Teil eines größeren, unvollständigen Puzzles ist, bleibt jedoch im Raum. „Die Öffentlichkeit hat ein Recht darauf, den vollen Kontext zu sehen, nicht nur die Fragmente, die übrig geblieben sind“, sagt der anonyme Ministeriumsmitarbeiter. „Alles andere ist Akten-Parodie.“ Bis zur nächsten Veröffentlichung, so deutet es sich an, bleibt die einzige Gewissheit die Gewissheit der Ungewissheit.

Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.