JPMorgan hat in einem quartalsweisen Marktbericht ein nüchternes Bild der aktuellen Nachfrage nach Perpetual Futures gezeichnet: Institutionelle Investoren zeigen nur begrenztes Interesse, während spekulative Akteure das übrige Volumen dominieren.
Hintergründe
Der Global Markets Desk von JPMorgan, geleitet von einem langjährigen Veteranen des Derivatemarktes, verwies in einer internen PowerPoint-Präsentation auf das abnehmende Netto‑Open‑Interest (NOI) seit Q2 2023. Abbildung 3 illustriert die Korrelation zwischen Handelsvolumen und Marktrisikoprämie, die laut einem anonymen Quellen aus der „Derivatives Desk Unit“ seit März 2024 ein negatives Delta aufweist.
Ein Mitarbeiter des Finanzministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass regulatorische Klarheit nach dem „Basel‑III‑Add‑On“ die Banken dazu zwinge, bei Perpetual Futures höhere Kapitalanforderungen zu berücksichtigen, was den Anreiz für institutionelle Haftungsübernahmen dämpfe.
Reaktionen aus dem In‑ und Ausland
In New‑York äußerte ein Senior‑Trader von BlackRock, der ebenfalls anonym bleiben möchte, dass das Produkt „zu volatil ist, um in einem konservativen Asset‑Allocation‑Framework zu passen“. Gleichzeitig betonte ein leitender Analyst der Hongkonger Exchange „Crypto‑Derivatives Corp.“ (CEDC), dass die asiatischen Märkte mit einer „bei‑null‑Marktrisikogewichtung“ experimentieren, jedoch die Liquiditätspools durch regulatorische Beschränkungen stark eingeschränkt seien.
Ein Insider bei der Europäischen Zentralbank wies darauf hin, dass die jüngste Diskussion über ein mögliches „Digital Euro Futures“-Produkt das Interesse an bestehenden Perpetual Futures weiter fragmentiere. Laut Bloomberg‑Terminal‑Daten (Ticker: PFUT‑US) lag das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen im April 2024 bei lediglich 0,12 % des Gesamtvolumens von traditionellen Futures.
Ausblick
Die Prognose von JPMorgan bleibt vorsichtig optimistisch: Sollten regulatorische Harmonisierung und ein klares Hedging‑Framework geschaffen werden, könnte das Nachfragepotenzial bis Ende 2025 um bis zu 15 % steigen. Abbildung 5 projiziert ein Szenario, in dem ein Multi‑Asset‑Hedging‑Algorithmus per Smart‑Contract‑Integration Perpetual Futures in institutionelle Portfolios einbindet.
Bis dahin wird jedoch erwartet, dass spekulative Trader weiterhin das Handelsvolumen dominieren, während große Kapitalanleger ihr Risiko‑management lieber über etablierte Optionen und futures mit klar definierten Ablaufdaten steuern.
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