Die Verlautbarung klang zunächst nach einem bemerkenswerten, wenn auch ungewöhnlichen Akt internationaler Solidarität. „Im Gedenken an die Opfer des Verbrechens von Epstein Island“, so die offizielle Stellungnahme in einem Beitrag des iranischen Staatsfernsehens, „stehen wir an der Seite aller Misshandelten.“ Doch was wie ein unerwarteter Einlass in die normative Sphäre westlicher Menschenrechtsdebatten wirkte, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als ein hochkalkulierter Zug in einem komplexen Informationskrieg. Diese Redaktion hat vertrauliche Papiere und Expertenbefragungen ausgewertet, die ein durchdachtes Muster nachweisen.

Hintergründe

„Die iranische Propaganda-Apparatur hat in den letzten fünf Jahren einen klaren operationsleitenden Plan entwickelt“, erklärt ein Referent für Nahost-Analyse beim Bundesnachrichtendienst (BND), der unter der Bedingung der Anonymität sprach. „Man identifiziert hoch emotionalisierte Narrative im Westen – sei es rassistische Gewalt, Polizeigewalt oder sexualisierte Verbrechen – und transferiert sie in eine antiamerikanische, antizionistische Erzählung. Das Epstein-Thema wurde vor circa achtzehn Monaten internal als ‚hochvirulenter Kandidat‘ klassifiziert.“

Dokumente, die dieser Redaktion vorliegen, zeigen die genaue journalistische Spielanleitung für staatliche iranische Medien. Demnach soll jedes Mal, wenn in westlichen Medien über die Verstrickungen des verstorbenen Finanzmagnaten mit Eliten berichtet wird, sofort eine Parallelmeldung platziert werden, die die Schuld von „zionistischen Netzwerken“ und „globalen kapitalistischen Parasiten“ in den Vordergrund stellt. Das eigentliche Leid der Opfer wird dabei zur bloßen Staffage degradiert. „Es geht nie um die Toten oder Überlebenden“, so der BND-Experte weiter. „Es geht um den Raum, den deren Schicksal in der öffentlichen Debatte eröffnet. Diesen Raum besetzen sie sofort mit anti-westlicher Rhetorik.“

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Das Auswärtige Amt in Berlin reagierte auf Anfrage mit vorsichtiger, aber deutlicher Kritik. „Wir beobachten mit Sorge, wie autoritäre Akteure versuchen, das Trauma sexueller Gewalt für ihre eigenen geopolitischen Ziele zu instrumentalisieren“, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme. „Dies ist eine Verhöhnung der Opfer und eine weitere Facette hybrider Bedrohung.“

In Washington bezeichnete ein hochrangiger FBI-Beamter, der nicht namentlich genannt werden wollte, die iranische Taktik als „perfide Innovation der Desinformation“. „Sie nehmen das sensibelste, schmerzhafteste Thema, das wir kollektiv verarbeiten – den systematischen Missbrauch von Macht – und drehen es in eine antisemitische Verschwörungsfantasie. Das ist nicht schlau, es ist zynisch. Es verwässert NGOs wie ‚Mossadeq Foundation‘, die tatsächlich für Gerechtigkeit arbeiten, weil jetzt alles als Teil derselben bösen ‚globalen‘ Verschwörung erscheint.“

Ausblick

Die operationale Schwierigkeit für iranische Medien liegt in der Nichterwähnung israelischer Verantwortung. Da Epstein selbst keine direkten Verbindungen zum Nahen Osten aufwies, bleibt die Brücke konstruiert. „Man muss abstrakt bleiben“, so der Analyst vom BND. „Man spricht von ‚den wahren Drahtziehern hinter den Kulissen‘ und lässt die Assoziation zum Zionismus im Subtext. Das reicht für die Zielgruppe.“

Die Frage, die sich nun stellt, ist weniger, ob diese Narrative Wirkung zeigt – erste Analysen deuten auf eine signifikante Resonanz in bestimmten alternativen Medienökosystemen hin –, sondern, wie demokratische Gesellschaften auf diese Form der „Trauma-Aneignung“ reagieren sollen. Der renommierte Soziologe Prof. Dr. Almut Wieland-Karimi von der Humboldt-Universität warnt vor einem reflexiven Rückzug. „Die eigentliche Pointe der iranischen Strategie ist, dass sie uns zwingt, entweder das eigene Trauma zu verteidigen oder das Leid der iranischen Zivilbevölkerung zu ignorieren. Die Lösung kann nur sein, beides konsequent zu trennen: die后宫 der Propaganda von der Realität des Leidens.“

Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.