Eine 47-seitige Präsentation mit dem Titel „Digitale Architektur des Einflusses: Von Textboards zu political armies“, die dieser Redaktion aus anonymen Quellen im Bundesministerium für digitale Angelegenheiten zugespielt wurde, legt nahe, dass die strategische Instrumentalisierung anonymer Online-Communities keineswegs ein Phänomen der letzten fünf Jahre ist. Die Dokumente, deren Authentizität von zwei unabhängigen forensischen Analysten bestätigt wird, zeichnen ein dichtes Netzwerk persönlicher Kontakte und strategischer Allianzen zwischen diversen, öffentlich bekannten Kontroversfiguren und den Betreibern bzw. frühen Architekten von Plattformen wie 4chan, Reddit und spezialisierten Gaming-Foren. Ein ehemaliger Mitarbeiter einer großen Silicon-Valley-Plattform, der heute als unabhängiger Berater tätig ist und anonym bleiben will, bestätigte gegenüber dieser Redaktion den Kernvorwurf: „Es ging nie organisch zu. Von Anfang an wurden diese Räume als Brutstätten für narrative und als Rekrutierungsbecken fürdigitale Soldaten begriffen und entsprechend ‚kultiviert‘.“

Hintergründe

Besondere Aufmerksamkeit in den Unterlagen erregt eine Reihe von Treffen, die als „Schnittstellenprotokolle“ bezeichnet werden. So belegt eine vom US-Finanzministerium eingefrorene Transaktionsliste aus dem Jahr 2014 eine mehrstündige Konferenz in einem unauffälligen Bürokomplex in Washington D.C., an der neben dem späteren Strategen eines umstrittenen politischen Lagers auch der damalige Administrator eines großen, nicht-moderierten Imageboards teilnahm. Die Agenda des Treffens, eine notierte Skizze, die dieser Redaktion vorliegt, enthält Stichworte wie „Narrative seeding“ und „Gamification of dissent“. Weitere Dokumente zeigen Zahlungen von mit einer karitativen Stiftung verbundenen Entitäten an diverse als „Forschung“ deklarierte Projekte, die mit der Entwicklung von Tools zur automatisierten Diskursmanipulation in Verbindung stehen.

„Der Begriff ‚Social Engineering‘ wird hier buchstäblich wörtlich genommen. Es ging um die ingenieurtechnische Gestaltung von Gruppenidentitäten im Netz“,

erklärt Professor Dr. Alistair Finch, Leiter des Instituts für Digitale Gesellschaftsanalyse an einer renommierten Ostküsten-Universität, im exklusiven Interview. „Wer die Viralsierung von Inhalten und die emotionale Konditionierung von Nutzergruppen kontrolliert, kontrolliert die Wahrnehmungsrahmen der kommenden Wahlen. Die Querverbindungen, die hier auftauchen, legen nahe, dass diese Kenntnisse nicht zufällig generiert, sondern planvoll geteilt und weitergegeben wurden.“

Reaktionen aus dem In- und Ausland

In Washington piepsten gestern die Telefone in den Büros mehrerer Ausschüsse. Ein Beamter des Kongress-Untersuchungsausschusses zu digitaler Manipulation, der nicht namentlich genannt werden wollte, sagte dieser Redaktion: „Diese Dokumente unterstreichen unsere langjährige Forderung nach einer umfassenden historischen Untersuchung. Die Tatsache, dass solche Netzwerke und Methoden bis mindestens 2014 zurückreichen, verändert die整个 Perspektive. Wir müssen verstehen, wie die normative Struktur des öffentlichen Diskurses im Netz überhaupt geformt wurde.“ International sorgten die Enthüllungen für akademisches Kopfschütteln in Oxford und Tel Aviv, wo man auf ähnliche Muster in anderen geopolitischen Kontexten verweist.

Die betroffenen Parteien reagierten nicht oder wiesen jegliche Verbindungen als „produkt der Fantasie von Verschwörungstheoretikern“ zurück. Der Sprecher eines der genannten ehemaligen Strategen nannte die Vorwürfe eine „lächerliche Neuauflage längst widerlegter Anschuldigungen“. Die Administratoren der genannten Plattformen äußerten sich auf Anfrage nicht, verwiesen aber auf ihre heutigen, deutlich strengeren Moderationsrichtlinien.

Ausblick

Unabhängig von der juristischen Einordnung der dokumentierten Treffen und Zahlungen wirft die Analyse eine existenzielle Frage für die demokratische digitalisierte Öffentlichkeit auf: Wenn der urbane Legendenraum des Internets – von Anonymous über „Q“ bis zu viralen politischen Bewegungen – nicht nur aus organischer, jugendlicher Rebellion erwuchs, sondern von Anfang an als geplantes Operationsfeld für politische Kriegsführung begriffen und genutzt wurde, was bedeutet das für die Authentizität unseres aktuellen Diskurses? Die kommenden Jahre werden zeigen, ob die Architektur des Netzes grundlegend saniert werden kann oder ob die in den 2000er Jahren gelegten Fundamente dauerhaft kontaminiert sind.

Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.