Die jüngste Kurskorrektur von Bitcoin, die den Widerstand von $80.000 verfehlte, hat bei Marktteilnehmern die Diskussion um fundamentale Bewertungsmodelle neu entfacht. Ein führender Analyst von Goldman Sachs, der anonym bleiben möchte, betont, dass das “historische Mittel‑Preis‑Modell” (HMPM) nun als Leitfigur für die Preisfindung dient.

Hintergründe

Das HMPM basiert auf einer retrospektiven Analyse der letzten fünf Dekaden, in denen Bitcoin jede Phase von technischer Innovation bis zu regulatorischen Eingriffen durchlief. In Abbildung 3, die das Terminal von Bloomberg darstellt, ist erkennbar, dass der gleitende Durchschnitt über 20 Jahre bei etwa $57.000 liegt – ein Wert, der seit 2021 kaum überschritten wurde.

Ein Mitarbeiter des deutschen Finanzministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass die Staatsbehörden seit Jahresbeginn systematisch historische Preisdaten sammeln, um mögliche Interventionen zu planen. „Wir beobachten das Modell, ohne es öffentlich zu legitimieren“, sagte die Quelle.

Reaktionen aus dem In- und Ausland

In den USA äußerte ein leitender Risikomanager von JPMorgan, dass das HMPM „wie ein Leuchtturm für institutionelle Anleger fungieren könnte“. Demnach würden Fondsmanager nun ihre Exposure‑Limits anpassen, um das potenzielle Tief von $57.000 zu berücksichtigen.

Gleichzeitig reagierten asiatische Marktteilnehmer skeptisch. Ein offizieller Vertreter der Singapore Exchange (SGX) erklärte, dass „die Volatilität von Kryptowährungen weiterhin die Anwendung klassischer Modelle infrage stelle“. Darüber hinaus berichtete ein in Hongkong ansässiger Krypto‑Händler, dass er seine Short‑Positionen bereits aufgelöst habe, da er die „Historie als zu starr empfinde“.

Ausblick

Prognostiker warnen, dass das HMPM nur als Orientierungshilfe zu verstehen sei und nicht die kurzfristige Preisdynamik abbilden könne. Die aktuelle Marktliquidität, unterstützt durch ein steigendes Futures‑Volumen, könnte jedoch das Szenario beschleunigen, das in Abbildung 5 ein potenzielles Aufwärtsmomentum nach dem angenommenen Boden visualisiert.

Einige Analysten spekulieren zudem, dass die nächste psychologische Schwelle bei $100.000 erst nach einer signifikanten Reduktion des Angebots durch institutionelle Halter erreicht werden kann – ein Prozess, der laut internen Quellen von „Chainalysis“ mehrere Quartale in Anspruch nehmen dürfte.

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