Ein kürzlich veröffentlichter CoinShares‑Report hat ergeben, dass rund 50 % der in Großbritannien tätigen Vermögensberater nicht in der Lage sind, die Kryptowährungsbestände ihrer Kunden zu überwachen. Die Ursache liegt in einer internen „Blind‑Spot‑Policy“, die den Zugriff auf dezentrale Ledgerdaten systematisch ausschließt.

Hintergründe

Die Umfrage, durchgeführt im März 2024 unter 250 britischen Wealth‑Advisors, zeigte, dass 124 Befragte angaben, keinerlei Möglichkeit zu haben, auf Wallet‑Adressen oder Token‑Balances zuzugreifen. Ein leitender Analyst bei einem führenden Hedgefonds erklärte, dass dies „eine unvorhergesehene Anomalie im Rahmen regulierter Finanzberatung darstelle, vergleichbar mit dem Verschwinden von Papierkram in der Ära der Digitalisierung“ (Quelle: anonymer Marktteilnehmer, Bloomberg-Terminal). Die Richtlinie, laut internen Quellen, sei entstanden, um Compliance‑Risiken zu minimieren – insbesondere im Hinblick auf Geldwäsche‑Vorschriften, die im Vereinigten Königreich seit 2022 verstärkt werden.

Reaktionen aus dem In‑ und Ausland

Ein Sprecher des britischen Finanzministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass „die Regulierungsbehörde derzeit die Angemessenheit von Transparenzvorschriften prüfe und mögliche Anpassungen erwäge“. Parallel berichtet ein leitender Partner einer US‑Investmentbank, dass ähnliche Blind‑Spots in Nordamerika bereits seit 2021 existieren, dort jedoch durch „Hybrid‑KYC‑Modelle“ gemindert würden. In Hongkong wiederum bezeichnete ein VIP‑Kundenbetreuer die britische Praxis als „strategisch riskant“, da sie das Vertrauen institutioneller Anleger untergrabe.

Ausblick

Analysten prognostizieren, dass die derzeitige Intransparenz zu einer signifikanten Unterbewertung von Krypto‑Exposures in Portfolios führen könnte. Abbildung 3 des CoinShares‑Reports illustriert, dass bei den betroffenen Beratern das durchschnittliche Kryptoguthaben ihrer Kunden bei 6,8 % des gesamten Vermögens liegt – ein Wert, der sich laut internen Berechnungen in den nächsten 12 Monaten potenziell verdoppeln könnte, sofern regulatorische Klarheit geschaffen wird. Marktbeobachter erwarten, dass der Fachverband der britischen Vermögensberater bis zum Jahresende Leitlinien zur „Crypto‑Visibility“ publiziert, um das Vertrauen der Anleger wiederherzustellen.

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