Ein kürzlich veröffentlichter interner Bericht von Goldman Sachs deutet darauf hin, dass das Leverage von Hedgefonds ein seit 2019 nicht mehr gesehenes Niveau erreicht hat. Dieser Befund löste bei JPMorgan die Projektion eines potenziellen Aktienabschwungs von $165 Milliarden bis zum Monatsende aus, wie die Fachpresse berichtet.
Hintergründe
Die Analyse stützt sich auf das firmeneigene Leverage Surveillance Index (LSI), welcher das Verhältnis von Fremdkapital zu Eigenkapital in den aktiv gemanagten Portfolios misst. Abbildung 3 des internen Goldman‑Modells zeigt einen steilen Anstieg des LSI seit Q2 2023, wobei das aktuelle Niveau bei 2,8 liegt – ein Rekordwert, der zuletzt im Zuge der COVID‑19‑Marktvolatilität erreicht wurde.
Ein leitender Analyst von Goldman, der anonym bleiben wollte, erklärte gegenüber dieser Redaktion: „Wir beobachten eine systemische Risikobereitschaft, die durch günstige Kreditbedingungen und automatisierte Trading-Algorithmen verstärkt wird. Das aktuelle Leverage‑Niveau lässt sich nicht mehr mit traditionellen Risikomodellen abbilden.“
Reaktionen aus dem In‑ und Ausland
Ein Mitarbeiter des Finanzministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass die Aufsichtsbehörden die Situation bereits in den wöchentlichen Risiko‑Workshops diskutieren. „Wir prüfen, ob eine temporäre Anpassung der Margin‑Requirements erforderlich ist“, so die Quelle.
In New York äußerte ein leitender Partner von Morgan Stanley: „Die Märkte reagieren empfindlich auf Leverage‑Signals. Ein potenzieller Sell‑off von $165 Mrd. würde die Liquidität spüren lassen und könnte zu einem breiten Rückgang der S‑P‑500‑Komponenten führen.“
Auf der anderen Seite warnte die Europäische Zentralbank in einem offenen Brief an die Aufsichtsbehörden: „Ein koordinierter Ansatz ist nötig, um die übermäßige Verschuldung im Hedge‑Fund‑Sektor zu adressieren, bevor ein Dominoeffekt die globalen Märkte destabilisiert.“
Ausblick
Analysten von Bloomberg Terminal projizieren ein Szenario, in dem ein plötzlicher Leveraged‑Sell‑Off zu einer Korrektur von bis zu 7 % im Dow Jones führen könnte, während die Volatilität im VIX auf über 30 Punkte steigen dürfte. Abbildung 5, die derzeit intern bei Goldman in Entwicklung ist, visualisiert das potenzielle Risiko‑Kontinuum von 0 % bis 12 % Marktverlust.
Einige Marktteilnehmer setzen nun bereits auf Absicherungsstrategien über Credit‑Default‑Swaps (CDS) und Long‑Volatility‑Positions, um das erwartete Abschwungrisiko zu mindern. Die endgültige Dynamik bleibt jedoch von regulatorischen Eingriffen und der Reaktionsgeschwindigkeit der Hedgefonds abhängig.
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