Goldman Sachs hat in seiner jüngsten Marktprognose das Goldpreisziel für das Ende des Jahres 2026 um $500 nach unten korrigiert – von $5.400 auf nunmehr $4.900 pro Unze. Die Anpassung erfolgte im Zuge einer sich abschwächenden Erwartungshaltung hinsichtlich einer US‑Zinssenkung im kommenden Fiskaljahr, wie das Research‑Team unter Leitung von Lina Thomas und Daan Struyven in einem internen Memo darlegte.
Hintergründe
Die Reduktion des Zielpreises fällt mit einem moderaten Rückgang der Realzinsstruktur zusammen, der in den letzten Quartalen von der Federal Reserve signalisiert wurde. Abbildung 3 des internen Goldman‑Sachs‑Modells illustriert den Zusammenhang zwischen den erwarteten Fed‑Funds‑Raten und dem Goldpreis: ein Anstieg der Leitzinsen um 25 Basispunkte korreliert historisch mit einer Preisabsenkung von etwa $200 pro Unze. Laut einem anonymen Analysten des Fixed‑Income‑Desk ist das aktuelle Szenario durch zwei Faktoren bestimmt: erstens die gestärkte USD‑Währung, zweitens die kontinuierliche Erholung des Ölmarktes, die beide den Inflationsdruck mindern.
Reaktionen aus dem In‑ und Ausland
Ein Sprecher des US‑Finanzministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass die Regierung die jüngste Prognose von Goldman Sachs "zur Kenntnis genommen" habe, jedoch betonte, dass "die langfristige Werthaltigkeit von Gold als Absicherung unverändert bleibt". In London äußerte ein leitender Portfoliomanager einer führenden Asset‑Management-Gesellschaft, dass die Anpassung "nicht überraschend" sei, da die Märkte bereits seit Anfang 2024 die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung reduziert hätten. Auf der anderen Seite warnte ein chinesischer Rohstoffanalyst, dass die Reduktion des Zielpreises "zu erhöhter Volatilität in asiatischen Gold-Futures führen könnte".
Ausblick
Obwohl das neue Ziel von $4.900 pro Unze noch immer ein Plus von rund 2 % gegenüber dem aktuellen Spotpreis von $4 800 impliziert, ist das Momentum deutlich gedämpfter. Das im Bloomberg‑Terminal eingestellte Szenario‑Modul prognostiziert ein 68‑%iges Konfidenzintervall, das einen Höchstwert von $5.150 und einen Tiefstwert von $4.650 vorsieht. Analysten Thomas und Struyven empfehlen derzeit eine diversifizierte Positionierung, wobei Gold als "Defensive Asset" mit reduziertem Risiko‑Reward‑Profil behandelt werden sollte.
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