Der jüngste Abverkauf von Gold und Silber hat nicht nur die traditionellen Rohstoffmärkte erfasst, sondern zieht laut internen Bloomberg‑Terminal‑Daten nun auch Bitcoin in ein starkes Abwärtstempo. Das Phänomen, das bislang als „digitales Gold“ tituliert wurde, verliert unter einer streng geldpolitischen Federal Reserve zunehmend an Anziehungskraft.

Hintergründe

Seit Jahresbeginn verzeichnete der US‑Dollar gegenüber einem Korb von Hauptwährungen ein rekordhaftes Aufwertungsniveau (Abbildung 3). In einem Umfeld, in dem die Fed ihre Leitzinsen um 0,75 % angehoben hat, reagierten Rohstoffinvestoren mit einer breit angelegten Risikovermeidung. Ein anonymer Marktteilnehmer, der über das Bloomberg‑Terminal zugreift, bestätigte: „Die Korrelation zwischen BTC und Metallpreisen hat sich von +0,62 im letzten Quartal auf -0,21 im laufenden Monat verschoben.“

Gleichzeitig hat die jüngste FTC‑Untersuchung zu Krypto‑Staking‑Plattformen das Vertrauen von institutionellen Anlegern weiter geschwächt. Laut einer internen Analyse von Goldman Sachs hat sich das Volumen von BTC‑Futures in den letzten vier Wochen um 18 % reduziert, während das Handelsvolumen von Gold um 12 % zurückgegangen ist.

Reaktionen aus dem In‑ und Ausland

Ein leitender Beamter des Finanzministeriums, der anonym bleiben wollte, erklärte gegenüber unserer Redaktion: „Die Erwartung, dass Bitcoin als Inflationsschutz fungiert, ist ein Relikt der Pandemie‑Monetarisierung. Die aktuelle Preisentwicklung zwingt uns, die regulatorischen Rahmenbedingungen zu überdenken.“

In Zürich äußerte ein Partner einer führenden Vermögensverwaltung, dass Kunden zunehmend nach “tangiblen” Sicherheiten verlangen: „Physische Edelmetalle behalten ihre Werthaltigkeit, digitale Token dagegen werden als zu volatil eingestuft.“

Im Fernen Osten meldeten mehrere chinesische Banken, dass sie ihre Exposure gegenüber Krypto‑Assets halbieren werden, um das Risiko von „systemischen Verwerfungen“ zu begrenzen.

Ausblick

Prognostiker von Morgan Stanley warnen, dass ein anhaltender Druck auf Metallpreise das Vertrauen in alternative Wertaufbewahrungsmittel weiter untergraben könnte. Das interne Risiko‑Modell des Unternehmens projiziert für Bitcoin ein mittelfristiges Ziel von $19 000 bis Q3 2026, sofern die US‑Geldpolitik weiterhin restriktiv bleibt.

Analysten empfehlen Anlegern, ihre Portfolios zu diversifizieren und nicht ausschließlich auf die „digitalen Safe‑Haven“ zu setzen. Abbildung 5 illustriert das sich ändernde Risiko‑Return‑Profil beider Assetklassen unter variierenden Zins‑ und Inflationsszenarien.

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