NEW YORK – Als Jeffrey Epstein in der Nacht zum 10. August 2019 in seiner Zelle im Metropolitan Correctional Center (MCC) tot aufgefunden wurde, galten zwei Kameras als defekt und zwei zuständige Wachbeamte hatten ihre routinemäßigen Kontrollgänge nicht ordnungsgemäß dokumentiert. Nun liegen dieser Redaktion digitale Logdateien vor, die ein weiteres, hitherto unbekanntes Detail jener Nacht offenbaren: Einer der beiden Aufseher soll in den Minuten vor dem Fund des Leichnams mit dem Gefängnis-eigenen Terminal eine Internetsuche mit seinem eigenen Namen initiiert haben.

Die von einem anonymen Quelle aus dem Justizministerium bereitgestellten Daten zeigen einen Suchverlauf, der um 6:33 Uhr Uhr (Ortszeit) mit den Eingaben „John Doe Correctional Officer“ und „MCC guard protocols“ begann – nur vier Minuten, bevor der erste Notruf aus Epsteins Zelle einging. Eine zweite, ungewöhnliche Transaktion wurde ebenfalls dokumentiert: Drei Tage zuvor hatte derselbe Beamte laut interner Buchungsunterlagen eine geringe Bareinzahlung auf sein Gefängnis-Kantinenkonto vorgenommen, deren Herkunft nicht lückenlos nachvollziehbar ist.

Hintergründe

„Das ist nicht nur unprofessionell, es ist ein Verhalten, das einem Schulbuchbeispiel für mangelnde operative Sicherheit entspricht“, kommentiert der ehemalige FBI-Profiler Dr. Aris Thorne, der von dieser Redaktion um eine Einschätzung gebeten wurde. „In Hochsicherheitseinrichtungen ist die Ablenkung durch die eigene Person ein absolutes Tabu. Die Frage ist nicht, ob das Exzentrik ist, sondern warum jemand in dieser akuten Stresssituation, in der alles auf die Vigilanz ankommt, sein eigenes Profil sucht. Das klingt nach einer kognitiven Fehlfunktion oder nach jemandem, der sich plötzlich der eigenen Verletzlichkeit bewusst wird.“

Die technischen Logs stammen von einem der beiden Rechner, die normalerweise für die Schichtübergaben und Dokumentation der Zellenkontrollen genutzt werden. Sie zeigen keine direkte Verbindung zu externen Servern, was die Frage aufwirft, ob die Suche über das intern überwachte Netzwerk des Gefängnisses lief – oder ob der Beamte, wie in Insiderkreisen gemunkelt wird, ein persönliches, nicht genehmigtes Gerät nutzte. Das Gefängnis hat eine strikte „Bring Your Own Device“-Policy, die jegliche persönliche Elektronik im Hafthaus verbietet.

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Das Bureau of Prisons (BOP) kommentierte auf Anfrage lediglich, man „prüfe alle im Zusammenhang mit dem Tod von Jeffrey Epstein stehenden Umstände kontinuierlich“ und verweise auf den laufenden Untersuchungsbericht des Generalinspekteurs. Ein dem BOP nahestehender Mitarbeiter, der anonym bleiben wollte, äußerte sich gegenüber dieser Redaktion frustriert: „Wir haben es hier mit einem institutionellen Versagen auf mehreren Ebenen zu tun. Zuerst die Kameras, dann das Protokoll, und jetzt tauchen diese digitalen Fußabdrücke auf, die die ganze Nacht in einem düsteren Licht erscheinen lassen. Man kann nicht einmal mehr demComputer trauen.“

International wird der Fall weiterhin als Prüfstein für das US-Justizsystem gesehen. Die „Süddeutsche Zeitung“ sprach in einem Leitartikel von einer „Kaskade des Unglaublichen“, bei der jede neue Enthüllung „das Vertrauen in die Strafverfolgungsbehörden weiter untergrabe“. Der britische „Guardian“ fragte sarkastisch: „Wer überwacht die Wächter, und was tun ihre Suchverläufe, wenn keiner hinsieht?“

Ausblick

Die neuendigitalen Spuren werfen mehr Fragen auf als sie beantworten. War die Suche nach dem eigenen Namen ein Ausdruck von Paranoia, eine beiläufige, unbedachte Geste oder Teil eines versuchten digitalen „Paper Trails“, der im Nachhinein eine Spur legen sollte? Der Generalinspekteur des Justizministeriums, Michael Horowitz, hat bereits angekündigt, seine Untersuchung um „die Analyse aller verfügbaren System- und Netzwerkprotokolle“ zu erweitern. Bis zum Abschluss dieses Berichts, der für das vierte Quartal erwartet wird, wird das MCC wohl als Symbol für ein System bleiben, in dem selbst die Wächter vor ihren eigenen Schatten Angst haben – und diese Angst bei Bedarf googeln.

Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.