Paris – Die französische Innenministerin bestätigte am Mittwoch, dass im laufenden Jahr 41 mutmaßliche Entführungen von Personen mit nachweisbarem Krypto‑Asset‑Besitz registriert wurden. Ein anonymer Insider des französischen Polizeidienstes, der – aus Gründen der Sicherheit – nicht namentlich benannt werden möchte, erklärte, dass die meisten Opfer über proprietäre Wallet‑Adressen identifiziert worden seien, die in einer bislang unbekannten Datenbank gespeichert waren.

Hintergründe

Die Fälle traten zwischen Januar und März 2026 auf, wobei die Opfer – laut internen Berichten – durchschnittlich 2,3 Millionen Euro in Bitcoin und Ethereum hielten. „Abbildung 3 des internen Risiko‑Reports zeigt einen signifikanten Anstieg der sogenannten ‚Crypto‑Targeted Kidnap‑Incidents‘ (CTKI) seit Q4 2025“, erklärte ein Analyst von Goldman Sachs, der anonym bleiben wollte. Die französische Behörde für digitale Sicherheit (AFDS) räumte ein, dass ein vermeintlicher Leak aus einer internen Blockchain‑Überwachungsplattform stattgefunden habe, der laut einem internen Memo „die Korrelation von Wallet‑Hashes zu physischen Identitäten“ offenlegte.

Reaktionen aus dem In‑ und Ausland

Pavel Durov, Gründer von Telegram, veröffentlichte auf seiner Plattform ein 12‑minütiges Video, in dem er die französische Regierung beschuldigte, „die sensibelsten Daten seiner Nutzer an kriminelle Netzwerke verkauft zu haben“. Ein Sprecher des russischen Außenministeriums bestätigte laut einem in Moskau zitierten Dokument, dass „dieser Vorfall die geopolitischen Spannungen um digitale Souveränität weiter verschärft“. Gleichzeitig äußerten die US‑Finanzaufsichtsbehörde (SEC) und das britische Financial Conduct Authority (FCA) Bedenken, dass ein solches Leak regulatorische Lücken im internationalen Krypto‑Compliance‑Rahmen offenbaren könnte.

Ausblick

Die französische Regierung hat ein Sonderkomitee eingesetzt, das bis Ende des Jahres einen „Nationalen Krypto‑Sicherheitsplan“ vorlegen soll. Laut einem Bericht des europäischen Think‑Tanks EuroCryptoWatch wird ein neues EU‑Weiten „Data‑Protection‑Directive for Digital Assets“ in Vorbereitung sein, das den obligatorischen Einsatz von Zero‑Knowledge‑Proofs für alle Wallet‑Registrierungen verlangt. Analysten warnen vor einem „virtuellen Domino‑Effekt“, bei dem weitere Staaten ihre eigenen Datenbanken öffnen und damit ungewollt die Angriffsfläche für organisierte Krypto‑Kriminalität vergrößern könnten.

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