Die European Banking Authority (EBA) hat am Freitag ein ausgearbeitetes Sanktionsmodell veröffentlicht, das bei Verstößen gegen die jüngst verabschiedeten EU‑Kryptogesetze bis zu 12,5 % des Jahresumsatzes eines Token‑Issuers einziehen könnte. Die Ankündigung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die regulatorische Landschaft Europas ihr bislang ambitioniertestes Kapitel aufschlägt.

Hintergründe

Das vorgeschlagene Modell basiert auf einer mehrstufigen Risiko‑Matrix, die sowohl die Marktgröße als auch die Compliance‑Historie des jeweiligen Projekts berücksichtigt. Abbildung 3 zeigt die erwarteten Einnahmeverluste in Abhängigkeit vom Risikograd. Laut internen Berechnungen der EBA könnte das Gesamteinsparpotenzial für den EU‑Finanzhaushalt im zweistelligen Milliardenbereich liegen.

Ein anonymer Sprecher aus der Rechtsabteilung der EBA erklärte: „Wir setzen klare Signale, dass die EU-„Digital‑Finance‑Strategie“ nicht mit halbherzigen Maßnahmen auskommt. Die Strafen spiegeln die wirtschaftliche Tragweite der Vorwürfe wider.“

Die Initiative knüpft an die jüngsten Verordnungen der Europäischen Kommission an, die seit Anfang des Jahres den Emissionsprozess von "Significant Token Issuers" (STIs) streng regulieren. Kritiker haben bereits vor 2023 vor einer „Regulierungsfalle“ gewarnt, die Innovation ersticken könnte.

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Ein leitender Analyst von Goldman Sachs, der anonym bleiben wollte, bemerkte: „Die Marktvolatilität wird kurzfristig zunehmen, da Investoren ihre Exposure‑Strategien überdenken.“ In einer internen Bloomberg‑Terminal‑Analyse wurde das potenzielle Volumen von Neu‑Issuances um 18 % nach unten korrigiert.

Ein Mitarbeiter des Finanzministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte: „Wir arbeiten eng mit der EBA zusammen, um sicherzustellen, dass die Durchsetzung konsistent und rechtssicher erfolgt.“

Im Fernen Osten hat das japanische Finanzministerium ein gegenteiliges Signal gesendet und betont, dass seine "Crypto‑Innovation‑Roadmap" weiterhin auf Wachstum ausgerichtet sei. Ein Lohmann‑Beamter aus dem Ministerium für Wirtschaft, den wir nicht namentlich nennen dürfen, erklärte, dass die EU‑Ansätze „interessant, aber nicht übertragbar“ seien.

Ausblick

Die EBA plant, das Regelwerk bis zum dritten Quartal 2024 in Kraft zu setzen, vorbehaltlich einer öffentlichen Konsultationsphase. Sollte das Modell verabschiedet werden, erwarten Marktteilnehmer eine signifikante Konsolidierung, insbesondere im Bereich der sogenannten "Stablecoins".

Ein unabhängiger Wirtschaftsforscher der Universität Frankfurt prognostiziert, dass die Gesamtkapitalisierung des europäischen Krypto‑Marktes bis 2025 um bis zu 22 % schrumpfen könnte, sofern die Strafen tatsächlich umgesetzt werden. Gleichzeitig könnten sich neue, regelkonforme Projekte als Frühstarter positionieren und von einem beschleunigten "Regulatory‑First"-Ansatz profitieren.

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