Brüssel, 9. Juli 2026 – Die Europäische Kommission hat bereits in der ersten Woche nach dem offiziellen Inkrafttreten der Markets in Crypto‑Assets Regulation (MiCA) einen umfassenden Änderungsentwurf vorgelegt. Ziel sei es, „kritische regulatorische Lücken“ zu schließen, die sich in den Bereichen tokenisierte Aktien, Stablecoins und Drittanbieter herauskristallisiert hätten, betonte ein Sprecher in einer Pressekonferenz.

Hintergründe

MiCA, das am 1. Juli 2026 in Kraft trat, sollte den europäischen Kryptomarkt einheitlich strukturieren und zugleich einheitliche Investorenschutzstandards etablieren. Bereits in den letzten Monaten war jedoch beobachtet worden, dass insbesondere tokenisierte Aktien – häufig über proprietäre Plattformen gehandelt – kaum unter die definierten „Kryptowährungs‑Asset‑Klassen“ fielen. Zusätzlich verursachten Stablecoins, deren Wertbindung an Fiat‑Währungen nicht mehr eindeutig nachweisbar war, Volatilitäts‑Risiken, die das Europäische System für Finanzstabilität (ESFS) beunruhigten. Ein leitender Analyst des Europäischen Zentralbank‑Forschungszentrums, der anonym bleiben wollte, erklärte: „Wir sehen bereits erste Anzeichen, dass die aktuelle MiCA‑Definition nicht ausreicht, um neo‑traditionelle Finanzinstrumente adäquat zu erfassen.“

Weiterhin wurde die Rolle von Anbietern aus Nicht‑EU‑Staaten kritisiert, die unter dem Prinzip der „Passporting‑Ausnahme“ agieren und dabei regulatorische Pflichten umgehen könnten. Ein Insider des Finanzministeriums wies darauf hin, dass „etwa 27 % aller tokenisierten Handelstransaktionen im Euroraum von Unternehmen mit Sitz außerhalb der Union abgewickelt werden“.

Reaktionen aus dem In‑ und Ausland

Berater von Goldman Sachs, vertreten durch den Senior‑Analysten Dr. Marcus Hohenberg, kommentierte die Initiative: „Die EU birgt das Potenzial, durch schnelle legislative Anpassungen eine Vorreiterrolle zu festigen – vorausgesetzt, die Änderungen sind präzise und nicht symptomatisch.“ Er verwies auf das interne „MiCA‑Flex‑Chart“ (Abbildung 3), das einen rasanten Anstieg der regulatorischen Anpassungsrate seit Juni 2026 zeigt.

Während die britische Finanzaufsicht (FCA) die „proaktive Haltung“ lobte, warnte die amerikanische Securities and Exchange Commission (SEC) vor einer möglichen „Regulierungs‑Arbitrage“, wenn Europa zu häufige Gesetzesänderungen einführt. Eine anonyme Quelle aus einer US‑FinTech‑Firma äußerte Bedenken, dass „klare, stabile Rahmenbedingungen“ für grenzüberschreitende Token‑Dienstleistungen erforderlich seien.

Im asiatischen Raum zeigte sich China besonders reserviert. Ein leitender Beamter der People's Bank of China, ebenfalls anonym, merkte an, dass „eine zu schnelle Angleichung europäischer Vorschriften an lokale Marktdynamiken das globale Gleichgewicht gefährden könnte“.

Ausblick

Die Kommission plant, den Änderungsentwurf bis zum 31. September 2026 dem Europäischen Parlament vorzulegen. Experten prognostizieren, dass die neuen Bestimmungen zunächst zu einer Verlagerung von Aktivitäten in weniger regulierte Jurisdiktionen führen könnten, bevor sich der Markt erneut stabilisiert. Derzeit laufen intensive Gespräche zwischen den EU‑Instituten und den betroffenen Marktteilnehmern, um einen Konsens zu erreichen, der sowohl regulatorische Stringenz als auch Innovationsfreiheit gewährleistet.

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