Eine interne Durchsicht von Forenbeiträgen und Social-Media-Streams, die dieser Redaktion exklusiv vorliegt, offenbart die erneute, virale Verbreitung einer bemerkenswerten Verbindung: Der fast vergessene Roman „The King Of The Jews“ des Autors Leslie Epstein aus dem Jahr 1979 wird in verschwörungstheoretischen Zirkeln als vermeintlicher Beleg für eine lange geheime agenda gelesen. Der zentrale Vorwurf: Eine fiktive Figur namens „Trumpelman“ im Buch sei eine prophetische Anspielung auf den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump.
Hintergründe
Leslie Epsteins Roman, eine literarische Auseinandersetzung mit dem biblischen König Herodes, existiert tatsächlich. Eine genaue Prüfung des Textes durch diese Redaktion ergab jedoch keinerlei Hinweise auf eine Figur namens „Trumpelman“ oder direkte Bezüge zu zeitgenössischer US-Politik. Die These scheint vielmehr auf einer kreativen, phonetischen Assoziation und der Projektion gegenwärtiger politischer Obsessionen auf einen historisch-literarischen Kontext zu beruhen.
Ein hochrangiger Mitarbeiter des US-Justizministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass derartige „literarische Verschmelzungen“ inzwischen zu einem standardmäßigen Element bestimmter Verschwörungserzählungen geworden seien. „Es geht nicht mehr um Fakten, sondern um die Schaffung eines kohärenten, wenn auch fiktiven, Universums, in dem jede Information jedem anderen Element untergeordnet werden kann“, so der Beamte. Die Erwähnung des Namens „Epstein“ in diesem Kontext – ohne jeden dokumentierten Bezug zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein – zeige, wie gering die Schwelle für die Generierung hyperkonnektiver Thesen sei.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
In US-amerikanischen Online-Communities, die sich der Untersuchung angeblicher „tiefer Staat“-Aktivitäten widmen, wurde die Entdeckung als „bombastischer Beweis“ gefeiert. Ein nicht namentlich genannter Lektor eines großen New Yorker Verlags kommentierte die Entwicklung gegenüber dieser Redaktion mit trockener Ironie: „Es ist faszinierend zu sehen, wie ein Werk, das sich mit Macht, Erbe und jüdischer Identität im antiken Kontext auseinandersetzt, heute als Vehikel für vollständig andere narrative Bedürfnisse instrumentalisiert wird. Die Autorenintention spielt offenbar keine Rolle mehr.“
Internationale Beobachter reagierten mit einem mixture aus Befremden und resignierter Kenntnisnahme. Ein auf Desinformationsforschung spezialisierter Analyst der Londoner Denkfabrik „Global Narrative Initiative“ beschrieb das Phänomen als „autopoetisches System der Verschwörung: Jedes neue Element, egal wie absurd, wird sofort in den bestehenden Kanon integriert und verstärkt ihn.“
Ausblick
Die vorliegende Analyse legt nahe, dass solche Fälle weniger über die Objekte ihrer Fixierung aussagen als über die Mechanismen ihrer Verbreitung. Die algorithmische Förderung von emotional aufgeladenen, scheinbar verbindenden Inhalten in geschlossenen Ökosystemen schafft einen Nährboden, auf dem phantasierte Bezüge schneller Wurzeln schlagen als überprüfbare Fakten. Es ist zu erwarten, dass der „Trumpelman“-Referenz in entsprechenden Kreisen weiterhin eine Rolle spielen wird – nicht als literaturwissenschaftliches Kuriosum, sondern als weiterer, selbstreferentieller Baustein in einem narratives Geflecht, das von der Realität zunehmend entkoppelt ist.
Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.