Dubai positioniert sich als bevorzugter Zielmarkt für europäische Krypto‑Start‑Ups, die sich angesichts der bevorstehenden MiCA‑Frist (Markets in Crypto‑Assets) neu orientieren müssen. Irina Heaver, Partnerin einer renommierten Anwaltskanzlei in den VAE, bestätigt, dass die Lizenzierungsdauer dort von durchschnittlich 12 Monaten auf unter drei Monate gesunken sei.
Hintergründe
Seit dem Inkrafttreten der EU‑Verordnung am 30. Juni 2024 sehen sich Unternehmen mit erhöhten Kapitalanforderungen, strengeren Governance‑Standards und verpflichtenden Offenlegungspflichten konfrontiert. In Abbildung 3 des internen Bloomberg‑Terminals von Goldman Sachs illustriert ein Säulendiagramm den Anstieg der durchschnittlichen Compliance‑Kosten um 27 % gegenüber dem Vorjahr.
Die Vereinigten Arabischen Emirate haben 2022 den Dubai Virtual Assets Regulator (DVAR) ins Leben gerufen, der laut interner Quellen innerhalb von 48 Stunden ein Lizenz‑Antragsverfahren abschließt. Darüber hinaus ermöglicht die Freihandelszone Dubai International Financial Centre (DIFC) eine 100 %ige Besitzstruktur für ausländische Investoren.
Reaktionen aus dem In‑ und Ausland
Ein leitender Beamter des europäischen Finanzministeriums, der anonym bleiben wollte, wies darauf hin, dass die Migration ein „signaler Indikator für regulatorische Dysfunktionen“ sei. Parallel hierzu äußerte ein Analyst von Morgan Stanley, dass die Verschiebung “eine Verlagerung von Innovationskapital nach den Golfstaaten” darstelle, wobei er auf ein mögliches „exponentielles Wachstum von Token‑Emissionen“ in der Region verwies.
Lokale Quellen aus Dubai betonten, dass die Regierung aktiv steuerliche Anreize von bis zu 15 % für digitale Asset‑Dienstleistungen bereitstelle, um die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber europäischen Finanzzentren zu sichern.
Ausblick
Prognosen von Bloomberg Intelligence deuten darauf hin, dass die Zahl der in den VAE registrierten Krypto‑Entitäten bis Ende 2025 um rund 42 % steigen könnte. Gleichzeitig wird erwartet, dass die EU‑Kommission ein zweites‑Stufen‑Review der MiCA‑Umsetzung einleitet, um mögliche "Kapitalflucht‑Risiken" zu adressieren.
Investoren sollten demnach die regulatorischen Rahmenbedingungen beider Jurisdiktionen kontinuierlich überwachen und ihre Risikomanagement‑Modelle entsprechend anpassen.
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