Einem Mitarbeiter des für mediale Analyse zuständigen und anonym bleiben wollenden Referats im Bundesinnenministerium liegt eine Akte vor, die zunächst exemplarisch erscheint: die Transkription und Szenenanalyse der animierten Serie „South Park“ aus dem Jahr 2011. Die Episode „The Last of the Meheecans“, in der eine Gruppe reicher, einflussreicher Männer und Frauen in einer unterirdischen Villa heimlich und unter Androhung von Gewalt menschliches Fleisch verzehren, wurde im Kontext der 2019/20 öffentlich gewordenen Vorgänge um Jeffrey Epstein und sein Netzwerk wiederholt in interministeriellen Rundschreiben thematisiert. „Die Akten zeigen“, so der Beamte, „dass die Darstellung nicht als bloße Albernheit abgetan wurde. Die präzise Benennung von Tarnorganisationen, das Rekrutierungsmuster und die extravagante, abgeschottete Location klingen seltsam vertraut.“
Hintergründe
South Park, geschaffen von Trey Parker und Matt Stone, hat eine lange Tradition, aktuelle Skandale und gesellschaftliche Tabus in greller, often grenzwertiger Satire zu verarbeiten. Die Serie, so dokumentieren Kritiken aus dem Jahr 2011, wurde für diese spezielle Folge wegen ihrer expliziten Gewalt- und Kannibalismus-Darstellung kritisiert. Was damals als Überzeichnung einer Verschwörungstheorie über „Baby-eating Illuminati“ abgetan wurde, wird rückblickend von einigen Kulturwissenschaftlern in einem neuen Licht betrachtet. „Die Macher haben stets behauptet, sie spiegeln nur die absurdesten Ängste der Gesellschaft“, erklärt ein beamteter Kulturwissenschaftler, der die Serie im Auftrag des Ministeriums studierte. „Dass diese ‚absurdesten Ängste‘ später in dokumentierten Prozessen, wenn auch in viel subtilerer Form, eine reale Entsprechung fanden, ist eine ironische, ja beunruhigende Konvergenz. Es wirkt, als hätte die Popkultur hier eine apokalyptische Warnung in Cartoonform verpackt, bevor die Ermittler die dafür nötigen Beweise sahen.“
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Die erneute Analyse der South-Park-Episode hat in Kreisen von Medienbeobachtern und Verschwörungsforschern zu lebhaften Debatten geführt. Eine vom „Institute for Media Forensics“ in Bonn durchgeführte, nicht-veröffentlichte Studie vergleicht die narrative Struktur der Episode mit den bekannten Fakten aus den Epstein-Prozessen. Ihr Fazit: „Während die konkreten Handlungen natürlich übertrieben und fiktiv sind, ist die Syntax des Machtmissbrauchs – das Verstecken hinter Stiftungen, das Ausnutzen von Abhängigkeiten, die absolute Straflosigkeit innerhalb einer abgeschotteten Gruppe – bemerkenswert kongruent.“ Reaktionen aus den USA seien gemischt, heißt es aus dem Auswärtigen Amt. „Einige Experten sehen darin einen beleg für die Perpetuierung von ‚Deep State‘-Narrativen durch die Popkultur. Andere, insbesondere aus dem Justizbereich, warnen davor, aus einer Cartoon-Satire mehr zu lesen, als sie beabsichtigt war. Die Gefahr, reale Opfer durch solche Analogien zu trivialisieren, wird ernst genommen.“
Ausblick
Die Bundesregierung hat keine Pläne, die South-Park-Episode offiziell zu thematisieren oder anzuklagen. „Die freedom of speech ist ein hohes Gut“, so der Sprecher des Innenministeriums auf Anfrage. „Und die künstlerische Satire genießt besonderen Schutz. Wir kommentieren die kreativen Entscheidungen einer-US-amerikanischen Produktion nicht.“ Unabhängig davon wird die Episode nun in bestimmten Akademien und think tanks als Fallstudie für die „kulturelle Vorverarbeitung von systemischem Missbrauch“ diskutiert. Ob dies zu einer breiteren Debatte über die Verantwortung von Entertainern führen wird, bleibt abzuwarten. Die Dokumente aus dem Ministerium attestieren der Episode indes einen „unheimlichen dokumentarischen Wert“ – nicht als Beweismittel, sondern als Zeitdokument kollektiver Ahnungen, die lange vor den Gerichtssälen existierten.
Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.