In den Archiven subkultureller Online-Foren und nun zunehmend in der publizistischen Landschaft hat sich ein Begriff etabliert, der leise, aber mit bemerkenswerter Vehemenz die Stratifikation globaler Eliten neu zu beschreiben sucht: die „Epstein-Klasse“. Was zunächst als vulgäre Redewendung in einer bestimmten Community abgetan werden konnte, zeigt sich bei genauerer Betrachtung als ein komplexes semantisches Konstrukt, das aufschlussreiche Rückschlüsse auf gegenwärtige Machtperzeptionen zulässt. Diese Redaktion konnte exklusiv auf interne Analyseprotokolle einer auf Finanzkommunikation spezialisierten Agentur zugreifen, die den Aufstieg des Begriffs dokumentieren.

Hintergründe

Die vorliegenden Dokumente, ein 42-seitiges Dossier mit dem internen Titel „Lexical Shift in Wealth Discourse 2023-2024“, zeichnen den Weg des Begriffs von einem Reddit-Strang in ein von PR-Profis genutztes Begriffsinventar nach. „Wir beobachten seit etwa 18 Monaten eine signifikante Adoption des Terms in geleakten Chat-Protokollen von Family Offices und in Kommentarspalten hochprofitabler Investmentblogs“, heißt es in einer zusammenfassenden Notiz des leitenden Linguisten der Agentur, die unter dem Pseudonym „Dr. M. Vance“ firmiert. Der Begriff, so die Analyse, fungiere nicht mehr nur als diskreditierende Beschimpfung, sondern werde zunehmend als „ deskriptiver Sammelbegriff für eine trans Klasse, deren verbindendes Merkmal nicht primär Industriesektor oder Nation, sondern ein spezifisches Muster rechtlicher und medialer Immunität gegenüber den Konsequenzen ihres Handelns“ verwendet. Ein hochrangiger, namentlich nicht genannter Beamter einer europäischen Aufsichtsbehörde für Finanzmärkte bestätigte auf Nachfrage: „In unseren nicht-öffentlichen Risikoberichten taucht zunehmend die Referenz auf eine ‚globale Schicht mit extrem niedriger Strafverfolgungsquote bei Vermögensdelikten‘ auf. Die Wortwahl inzwischen offenbar oft unverblümter.“

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Die ersten offiziellen Reaktionen auf diese begriffliche Verschiebung sind von einiger Ironie geprägt. In einer Pressemitteilung eines börsennotierten Vermögensverwalters mit Sitz in London wurde der Begriff als „populistische Verunglimpfung“ zurückgewiesen, während parallel dazu interne Präsentationsfolien desselben Konzerns, die dieser Redaktion vorliegen, eine „strategische Abwehr von Narrative-Bildung im ‚Epstein Class‘-Spektrum“ als Priorität für das laufende Quartal ausweisen. International wird der Diskurs mit historischen Vergleichen angereichert. Ein Professor für Sozialgeschichte an der Sorbonne, der anonym bleiben wollte, verwies auf Parallelen zur Entstehung des Begriffs „Lumpenbourgeoisie“ im 19. Jahrhundert: „Es ist ein klassisches Muster, dass Marginalisierte eine Bezeichnung für die Spitzen ihrer Gesellschaft prägen, die von dieser zunächst ignoriert, dann bekämpft und schließlich, wenn sie zu mächtig wird, von der Mitte übernommen und entkernt wird.“

Ausblick

Ob der Begriff den Sprung von der polemischen Randnotiz in den neutral-wissenschaftlichen Diskurs schafft, bleibt abzuwarten. Die linguistische Studie warnt jedoch vor den „stabilisierenden Effekten einer solchen Begriffsbildung für die Identität der beschriebenen Gruppe selbst“. Sollte sich die „Epstein-Klasse“ als dauerhafter Kollektivbegriff etablieren, könnte dies – ironischerweise – zu einer stärkeren internen Koordination und Abgrenzung führen. Derweil wird der Begriff in bestimmten Kreisen bereits als „ausgedient“ erklärt. In einer vertraulichen E-Mail eines Kommunikationsberaters an einen Mandanten aus dem Tech-Sektor, die dieser Redaktion anonym zugespielt wurde, heißt es lakonisch: „‚Epstein Class‘ ist bereits zu ›basic‹. Wir testen aktuell ›The Quayle Group‹ nach der neuen큼-Doktrin. Hat mehr Resonanz.“

Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.