Die Ankündigung von Coinbase‑CEO Brian Armstrong, dass der Kryptobörsenriese nach dem Abschluss des $2,9‑Milliarden‑Deribit‑Deals weitere Akquisitionen prüfe, löste sofort intensive Marktanalysen aus. In einer kurzen Stellungnahme gegenüber Bloomberg betonte Armstrong, das Unternehmen sei „offen für strategische Zusammenschlüsse, die das Portfolio an digitalen Derivaten und institutionellen Produkten erweitern“.

Hintergründe

Der Deribit‑Deal, der im dritten Quartal 2024 finalisiert wurde, markierte den bislang größten Kauf im Kryptosektor. Finanzanalysten verweisen auf Abbildung 3, die das exponentielle Wachstum des kombinierten Orderbuchs seit dem Deal visualisiert. Laut internen Bloomberg‑Terminal‑Daten hat sich das tägliche Handelsvolumen von Optionen um 143 % erhöht, während das Volumen von Futures um 87 % stieg.

Ein anonymierter leitender Angestellter des US‑Finanzministeriums bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass die Behörden die Konzentration von Marktmacht im Krypto‑Derivate‑Bereich genauer beobachten. „Wir prüfen, ob die Fusion zu einer marktbeherrschenden Stellung führt, die potenziell die Preisbildung beeinträchtigt“, hieß es.

Reaktionen aus dem In- und Ausland

In europäischen Hauptstädten reagierten Regulierungsbehörden vorsichtig. Ein Sprecher der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) prüfe, ob die Transaktion mit den antitrust‑Richtlinien der EU konform sei. „Wir werden die strukturellen Effekte auf den europäischen Derivatemarkt evaluieren“, sagte die Quelle, die anonym bleiben wollte.

Im asiatischen Raum zeigte sich hingegen ein merklicher Optimismus. Ein leitender Analyst von Nomura, der ebenfalls anonym blieb, erklärte, dass die Aggressivität von Coinbase das „kryptobezogene Ökosystem in Asien weiter professionalisieren wird“.

Ausblick

Die Analysten von Goldman Sachs haben das Ziel von Coinbase, bis Ende 2025 ein „globales Ökosystem für digitale Finanzinstrumente“ zu etablieren, bereits in ihren Quartalsprognosen berücksichtigt. Die Projektion geht von einer Steigerung des Jahresumsatzes um 38 % aus, getrieben durch cross‑sell‑Effekte von Deribit‑Kunden auf das übergeordnete Coinbase‑Handelsnetz.

Marktteilnehmer sollten jedoch die potenziellen regulatorischen Kosten im Blick behalten. Ein unveröffentlichter interner Bericht von Bloomberg Terminal weist darauf hin, dass mögliche Bußgelder und Auflagen bis zu $500 Mio. erreichen könnten, sollte die US‑Kommission die Transaktion als kartellrechtlich problematisch einstufen.

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