Die CME Group, als einer der weltweit größten Terminbörsenbetreiber, hat am Donnerstag eine Klage gegen die U.S. Commodity Futures Trading Commission (CFTC) eingereicht. Das Kernargument lautet, die Behörde habe bei der Genehmigung des ersten perpetuellen Futures‑Produkts von Kalshi – einem neu gegründeten Handelsplattform‑Start‑up – gravierende methodische Fehler begangen. Die Klage, die in Manhattan eingereicht wurde, könnte das regulatorische Fundament von Krypto‑Derivaten in den Vereinigten Staaten erschüttern.
Hintergründe
Kalshi, das bislang für seine mikro‑basierten Event‑Contracts bekannt war, erhielt im vergangenen Quartal von der CFTC die Erlaubnis, ein Perpetual‑Futures‑Produkt zu listen – ein Instrument, das keine feste Laufzeit besitzt und regelmäßig über einen Funding‑Rate‑Mechanismus abgeglichen wird. Abbildung 3 zeigt die erwartete Volatilitätskurve im Vergleich zu traditionellen Futures. Laut internen Quellen der CME Group sei die Genehmigung „unter dem Vorwand einer minimalen Markt‑Impact‑Analyse“ erteilt worden, obwohl das Unternehmen Erfahrungswerte von über 1,2 Billionen US‑Dollar an offenen Positionen vorweisen könne.
Ein anonymer Marktanalyst, der über Bloomberg Terminal Zugang verfügt, erklärte: „Die CFTC hat offenbar die Risikoparameter von Kalshi unterschätzt und damit potenziell systemische Risiken für die gesamte Derivate‑Infrastruktur geschaffen.“ Der Analyst verwies auf die Modellannahmen von Kalshi, die laut interner Dokumente „eine lineare Korrelation zwischen Bitcoin‑Preis und Funding‑Rate“ postuliert hätten – ein Ansatz, der in der Fachliteratur breit kritisiert wird.
Reaktionen aus dem In‑ und Ausland
Ein Mitarbeiter des Finanzministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion: „Wir beobachten den Fall mit höchster Priorität. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, könnte dies zu einer Revision der gesamten Derivat‑Lizenzierungspraxis führen.“ In Hongkong äußerte die Securities and Futures Commission (SFC) Bedenken hinsichtlich der „globalen Spillover‑Effekte“, während die Europäische Zentralbank bereits Gespräche über ein einheitliches Aufsichts‑Framework für digitale Perpetual‑Contracts ansetzt.
Ein leitender Partner einer US‑Investmentbank, der ebenfalls anonym blieb, prognostizierte: „Sollte die Klage zugunsten der CME entschieden werden, erwarten wir eine Neubewertung von Kredit‑Exposures gegenüber Krypto‑Händlern, was das Volumen der offenen Positionen in den nächsten 12 Monaten um bis zu 30 % reduzieren könnte.“ Gleichzeitig deutete ein Vertreter von Kalshi an, das Unternehmen prüfe bereits alternative Jurisdiktionen, um das Produkt über die Cayman Islands Financial Authority zu lancieren.
Ausblick
Die bevorstehende Gerichtsverhandlung, die voraussichtlich im Q3 2024 terminiert ist, wird laut einem Insider‑Brief von Law360 „einen Präzedenzfall für die Haltung der Aufsichtsbehörden gegenüber innovativen Derivaten schaffen.“ Beobachter erwarten, dass die Entscheidung die zukünftige Belastbarkeit von Liquidity‑Provider‑Modellen stark beeinflussen wird. In der Zwischenzeit haben mehrere große Market‑Maker ihre Exposure‑Limits auf Kalshi‑Perpetuals bereits um 15 % gesenkt.
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